Die Kosten für Girokonten haben sich in den letzten 5 Jahren überdurchschnittlich stark erhöht. Dafür gibt es eine Reihe verschiedener Ursachen, aber die Folgen – erhöhte Gebühren für den Kunden – bleiben gleich. Gibt es heutzutage überhaupt noch ein gebührenfreies Girokonto?

Erfahren Sie hier, bei welchen Banken Sie trotz der starken Gebührenerhöhungen noch ein gebührenfreies Girokonto bekommen.

Tipp der Redaktion:
Allgemein bieten Direktbanken erheblich günstigere Girokonten als Filialbanken. Als bestes gebührenfreies Girokonto empfehlen wir Ihnen N26, denn dort ist auch kein Mindestgeldeingang erforderlich. Näheres zu Online-Banken finden Sie in unserem Direktbanken Vergleich.

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Girokonto Gebühren Übersicht

Darauf kommt es bei Girokonto Gebühren an

  • Allgemein: Die Gesamtkosten eines Girokontos setzen sich aus verschiedenen Gebühren zusammen. Hier kann es sich lohnen, genauer hinzusehen, denn unter Umständen können Sie bei Ihrer Bank bestimmte Gebühren einsparen.

  • Kontoführungsgebühren: Die meisten Direktbanken erheben keine Kontoführungsgebühren und auch einige Filialbanken folgen diesem Trend. Allerdings ist es für eine Bank nicht unüblich, die entfallene Grundgebühr durch besser versteckte Gebühren an anderer Stelle wieder einzuholen.

  • Einzelgebühren: Anstelle von Grundgebühren verlangen einige Banken ein Entgelt für jeden einzelnen Buchungsposten wie Überweisungen, Last- und Gutschriften sowie die Einrichtung von Daueraufträgen. Auch in diesem Punkt entscheiden die meisten Direktbanken das Rennen um ein gebührenfreies Girokonto für sich.

  • Kartennutzungsgebühren: Unter diesen Punkt fallen alle Gebühren, die für Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen im In- und Ausland erhoben werden. Gerade bei der Bargeldabhebung im Inland scheinen die Filialbanken mit ihren eigenen Automaten den Direktbanken überlegen zu sein. Doch der Eindruck täuscht – durch Zugehörigkeit zu einem Automatenverbund oder auch Bargeldauszahlungen im Handel stellen auch die meisten Online-Banken eine kostenlose Bargeldversorgung sicher.

  • Dispozins: Wer den Dispo in Anspruch nimmt, für den kann es teuer werden, auch bei Direktbanken. Ein günstiger Dispozins sollte nicht mehr als 6,50 % p. a. betragen. Allerdings sind Dispozinsen im zweistelligen Bereich keine Seltenheit, insbesondere bei Filialbanken. Hier lassen sich aber leicht Kosten einsparen, indem Sie Ihren Dispo entweder gar nicht erst in Anspruch nehmen oder bei längerer Kontoüberziehung mit einem Ratenkredit Ihren Dispo ausgleichen.

=> Was gebührenfreie Girokonten betrifft, können Filialbanken mit den Direktbanken kaum mithalten.

Als bestes gebührenfreies Girokonto in unserem Girokonto Vergleich empfehlen wir das Online Konto von N26 allen, die auf ein modernes Girokonto zu Minimalkonditionen Wert legen.

Gebührenfreies Girokonto Vergleich 2021

Ein Girokonto ohne Gebühren zu finden, wird zunehmend schwerer. Daher haben wir nachfolgend für Sie eine Auswahl an Girokonten zusammengestellt, die von den Gebührenerhöhungen der letzten Jahre weniger stark betroffen sind als der Branchendurchschnitt und bei denen die Kontoführung nach wie vor bedingungslos kostenlos ist.

Mit der HypoVereinsbank findet sich in der Liste auch eine Bank, die gerade stark auf Kundengewinnung setzt und daher zumindest für Neukunden ein gebührenfreies Girokonto bietet.

1. Bestes gebührenfreies Girokonto: N26

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N26 bietet derzeit das beste gebührenfreie Girokonto.
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Das N26 Girokonto bietet eines der letzten bedingungslos kostenlosen Girokonten Deutschlands. Gebühren für Kontoführung und Buchungsposten entfallen komplett und die Dispo Konditionen sind mit einem Zinssatz von 8,90 % immerhin günstiger als der bundesweite Durchschnitt (9,61 % laut Finanztest).

„Das gebührenfreie Girokonto von N26 wird abgerundet durch eine kostenlose Mastercard.“

Zum Girokonto gibt es die kostenlose N26 Mastercard inklusive, mit der Sie weltweit kostenlos bezahlen können. Lediglich für das Geld Abheben in Fremdwährungen müssen Sie 1,8 % bezahlen, was absolut fair ist.

Etwas vorsichtig müssen Sie sein, wenn Sie bei N26 Geld abheben wollen. Denn Sie können monatlich maximal 5 kostenlose Abhebungen durchführen, für jede weitere Verfügung zahlen Sie 2 €. Dieses Problem können Sie aber mit Cash26 umgehen und sich kostenfrei in einem von 12.000 Geschäften deutschlandweit mit Bargeld versorgen.

N26 Girokonto Vor- und Nachteile:

  • Beste gebührenfreies Girokonto 2021

  • Keine Kontoführungsgebühr

  • Bedingungslos kostenlos
  • Kostenlose Mastercard Debit inklusive

  • Weltweit kostenlos mit Karte zahlen

  • Kostenlos Bargeld abheben mit Cash26

  • Unterstützt Google Pay & Apple Pay

2. Gebührenfreies Girokonto: DKB

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Das DKB Cash Girokonto gehört ebenfalls zu den wenigen noch gebührenfreien Girokonten in Deutschland.
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Die DKB gehört ebenfalls zu den wenigen Banken in Deutschland, die nach wie vor ein gebührenfreies Girokonto ohne Mindestgeldeingang bieten.

Das DKB Cash Konto überzeugt vor allem durch seine kostenlose Visa Kreditkarte, mit der Sie an praktisch allen Geldautomaten in Deutschland kostenlos Bargeld abheben sowie mobil mit Apple Pay oder Google Pay bezahlen können.

„Das DKB Cash Girokonto ist bedingungslos kostenlos. Die besten Konditionen erhält aber nur, wer als Aktivkunde zählt.“

Am meisten lohnt sich das Girokonto der DKB aber für die Aktivkunden der Direktbank – dazu gehört zunächst jeder im ersten Jahr nach Kontoeröffnung, danach braucht es für den Status aber einen Geldeingang von mindestens 700 Euro pro Monat. Wer den nicht erreicht, der zahlt auf lange Sicht höhere Dispozinsen (7,25 statt 6,65 % p. a.) und ein Fremdwährungsentgelt von 2,20 %.

DKB Girokonto Vor- und Nachteile:

  • Keine Kontoführungsgebühr

  • Kostenlose Visa Kreditkarte inklusive

  • Günstiger Dispozins (6,65 bzw. 7,25 % p. a.)

  • Unterstützt Google Pay & Apple Pay

  • Kostenloser Kontowechselservice

3. Gebührenfreies Girokonto: HypoVereinsbank

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Die HypoVereinsbank garantiert Kostenfreiheit in den ersten fünf Jahren nach Kontoeröffnung.
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Ein weiteres gebührenfreies Girokonto ohne Mindestgeldeingang finden Sie derzeit bei der HypoVereinsbank.

Eröffnen Sie als Neukunde das HVB PlusKonto, so ist die Kontoführung für Sie fünf Jahre lang kostenlos. Die Kreditkarte gibt es ebenfalls gratis zum Konto dazu. Und mit 2,66 % p. a. fällt der Dispozins so günstig aus wie bei praktisch keiner anderen Bank.

Da es sich bei der HypoVereinsbank um eine Filialbank handelt, haben Sie zudem mit dem Geldeinzahlen keine Schwierigkeiten: Das ist für Sie an allen Einzahlautomaten der Bank kostenfrei.

„Das HVB PlusKonto bietet hervorragende Konditionen – allerdings nur auf Zeit und auch nur für Neukunden.“

Bestandskunden haben allerdings das Nachsehen. Wenn Sie in den letzten 12 Monaten bereits Kunde der Bank waren, so gelten für Sie die regulären Konditionen. Dazu gehört zum Beispiel eine monatliche Kontoführungsgebühr von 9,90 Euro.

HVB PlusKonto Vor- und Nachteile:

  • 5 Jahre kostenlose Kontoführung

  • Kostenlose Mastercard Kreditkarte

  • Äußerst günstiger Dispo (2,66 % p. a.)

  • Kostenlos Bargeld einzahlen

  • 100 € Amazongutschein

  • Angebot gilt nur für Neukunden

Neben den bisher genannten Banken gibt es eine ganze Reihe von Geldhäusern, die bei Mindestgeldeingang ein gebührenfreies Girokonto bieten. Wenn Sie gezielt auf der Suche nach einem neuen Gehaltskonto sind, dann können sich auch diese Konten für Sie lohnen:

  • ING Girokonto:
    ab 700 Euro Gehaltseingang pro Monat gebührenfrei, sonst 4,90 Euro Kontoführungsgebühr pro Monat
    Zum Anbieter »

  • Comdirect Girokonto (Eröffnung ab 15.02.2021):
    ab 700 Euro Geldeingang pro Monat oder bei aktiver Nutzung gebührenfrei, sonst 4,90 Euro Kontoführungsgebühr pro Monat Zum Anbieter »

  • Norisbank Top Girokonto:
    ab 500 Euro Geldeingang pro Monat gebührenfrei, sonst 3,90 Euro Kontoführungsgebühr pro Monat
    Zum Anbieter »

Gibt es ein Comeback der Kontoführungsgebühr?

Eigentlich gehörten Girokontogebühren der Vergangenheit an. Denn Bankinstitute konnten lange Zeit ihr überschüssiges Kapital zu guten Zinssätzen bei der EZB parken und so Profit erwirtschaften. Die Mehrheit der Verbraucher hält es inzwischen für selbstverständlich, ein Girokonto ohne Gebühren zu bekommen.

gebührenfreies girokonto statista

Die Mehrheit deutscher Verbraucher legt großen Wert auf ein kostenloses Girokonto © statista

Seit Einführung der Negativzinspolitik werden Banken allerdings dafür bestraft, ihr Kapital vom Markt zu nehmen.

„Was als Maßnahme zur Ankurbelung der Wirtschaft gedacht war, endet letztendlich als erhöhte Kontogebühr beim Verbraucher.”

Damit soll ein Anreiz für Banken geschaffen werden, mehr Kapital für Privat- und Unternehmenskredite zur Verfügung stellen. In der Theorie soll damit die Kaufkraft erhöht und die Konjunktur wieder in Schwung gebracht werden.

Tatsächlich hat dies aber eine erhöhte Überschuldung von Privathaushalten und Unternehmen zur Folge.

Viele Banken können sich das damit verbundene Kreditrisiko nicht leisten, weshalb sie ihr Kapital trotz Strafzinsen lieber bei der EZB parken. In Form von erhöhten Kontogebühren sollen diese an den Verbraucher weitergegeben werden.

Fazit – Gebührenfreies Konto

Dass kostenlose Girokonten zu einer aussterbenden Art gehören, lässt sich nicht abstreiten. Insbesondere unter den Direktbanken finden sich aber glücklicherweise noch genug Anbieter, die weiterhin am kostenlosen Modell festhalten.

„Gebührenfreie Girokonten mit Mindestgeldeingang sind das Standard-Modell der Zukunft.”

Die Negativzins-Dynamik zwingt Banken dazu, ihre Liquidität mit dem, dass Kunden auf dem Girokonto haben, aufrechtzuerhalten. Das Mindestgeldeingangs-Modell stellt sicher, dass diese Stütze weiterhin erhalten bleibt und erlaubt den Banken gleicheitig, eine gebührenfreie Option für Girokonten anzubieten.

Wir rechnen damit, dass der Mindestgeldeingang-Ansatz in Zukunft eine größere Rolle für deutsche Banken spielen wird.

Glücklicherweise gibt es aber noch einige wenige Banken wie N26 bei denen Sie weder Gebühren zahlen noch einen monatlichen Mindesteingang vorweisen müssen, um das Girokonto frei von Kosten zu halten.

Daniel Teplan Finanzredakteur Geldanlage und Geschäftskonten

Vor dem Studium der Computerlinguistik an der LMU München war Daniel Teplan 4 Jahre lang als Junior Editor der Branchenfachzeitschrift Musikmarkt tätig. Dort sammelte er umfassende Erfahrung in der Berichterstattung über finanzielle und administrative Vorgänge der gesamten Musikbranche. Während des Studiums arbeitete er 1 Jahr lang in der Development-Abteilung eines chinesischen Investmentunternehmens für Umwelttechnologie in Shenzhen. Die dort erworbenen Kenntnisse über digitale Anforderungen des modernen Finanzmarkts trugen wesentlich zu seiner Entwicklung als Finanzredakteur bei finanzvergleich.com bei.

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