Trotz seiner allgemeinen Beliebtheit stellt sich insbesondere im Krisenjahr 2020 die Frage: “Ist ein ETF sinnvoll oder nicht?” Bedenkt man, dass die Standard-Indizes teils starke Verlust hinnehmen mussten, scheint dies nicht so.

👉 Lesen Sie hier, warum insbesondere in Krisenjahren wie 2020 ein ETF sinnvoll für Ihr Portfolio ist.


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ETFs sinnvoll? Zusammenfassung Vor- und Nachteile

Wer sich die grundlegenden Vor- und Nachteile von ETFs anschaut, erkennt schnell, warum nicht alle davon überzeugt sind, dass ETFs eine sinnvolle Anlage darstellen. Auf der anderen Seite müssen aber auch die härtesten ETF-Kritiker die offensichtlichen Vorteile eines ETF-Investments zugestehen.

Vorteile von ETFs

  • Niedrige Gebühren

  • Risikostreuung

  • Bessere Durchschnittsrendite als aktive Fonds

Kostentechnisch sind Sie als ETF-Anleger klar im Vorteil: Da sie an der Börse gehandelt werden, sind ETFs grundsätzlich immer Fonds ohne Ausgabeaufschlag. Außerdem fallen sämtliche Kosten für aktives Management weg.

„Aufgrund des passiven Managements fallen nur geringe Verwaltungsgebühren an, gleichzeitig erzielen ETFs im Schnitt bessere Performance als ihr aktives Gegenstück .

Für Einsteiger ist ein ETF sinnvoll, weil sie sich keine Gedanken mehr um Risikostreuung machen müssen: Die Streuung liegt bereits im Index, den der ETF nachbilden soll. Im Schnitt führt dieses simple Prinzip zu höheren Renditen, als die meisten Fondsmanager erreichen.

Nachteile von ETFs

  • Keine Überrendite

  • Keine Absicherungen

  • Spezial-ETFs

In einigen Punkten stehen ETFs bei Börsenexperten in der Kritik, und das nicht ohne Grund.

„ETFs bilden ihren zugrundeliegenden Index exakt nach. Überrendite mit ETFs ist daher nicht möglich.

Ein großer Kritikpunkt gegen ETFs ist vor allem die fehlende Überrendite. Da passiv verwaltete Indexfonds einen Index exakt nachbilden, können ETFs per Definition keine Überrendite im Vergleich zu ihrem Benchmark-Index erreichen.

In Krisenjahren wie 2020 erzielen die meisten ETFs nicht nur keine Überrendite, sondern sind wie Ihre Benchmark-Indizes tiefrot im Minus. Aktive Fondsmanager können hier einfach zu Absicherungsgeschäften wie Futures oder Optionen greifen, um die Kursabstürze durch Leerverkäufe auszugleichen und so die Performance auch in Krisenzeiten konstant zu halten.

Ist in Krisenzeiten ein ETF sinnvoll?

ETF Einsteiger dürften im Jahr 2020 regelmäßig schockiert gewesen sein, wenn sie die tiefroten Zahlen ihres ETF Portfolios betrachtet haben. Denn sämtliche Indizes sind gefallen, teilweise um bis zu 25 %.

Wir zeigen Ihnen zwei Möglichkeiten, wie auch in Krisenzeiten die Anlage in einen ETF sinnvoll und auf lange Sicht sogar noch profitabler sein kann.

Cost Averaging – in Krisenzeiten in ETF sinnvoll investieren

Anstatt sich über den Wertverlust Ihres Index-Fonds zu beklagen, können Sie den Kursabsturz als Geschenk sehen. Jetzt können Sie nämlich Ihre ETF-Anteile zu Schleuderpreisen erwerben!

Denn: Im Gegensatz zu Einzelaktien müssen Sie sich bei Index-Fonds keine Sorgen machen, ob sich der Kurs nach der Krise jemals wieder erholen wird. Denn sobald ein Unternehmen zu schlecht performt, wird dieses aus dem Index entfernt, bevor es die Entwicklung des Index zu weit nach unten drückt.

„Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen.“

– Andre Kostolany

Wenn Ihre vor der Krise gekauften ETF-Anteile wieder steigen, werden Sie langsam wieder ins Plus kommen. Wenn Sie allerdings auch während der Krise Anteile nachgekauft haben, werden diese Ihr Portfolio nach oben ziehen, sobald die Märkte von ihrem Krisentief wieder nach oben klettern.

–> Also: Wenn Sie in Krisenzeiten ETF-Anteile nachkaufen, minimieren Sie nicht nur Ihre Verluste, Sie werden auch Ihre langfristigen Gewinne um ein vielfaches steigern!


💡Tipp: Die einfachste Methode, um Verluste bei Krisenzeiten verhätnismäßig auszugleichen, ist ein ETF Sparplan. Möchten Sie die niedrigen Kurse aber als Gelegenheit zur späteren Gewinnsteigerung nutzen, müssen Sie die entsprechenden Anteile überproportional selbst nachkaufen.

Unsere Favoriten-Empfehlung für einen Fondssparplan ist Smartbroker, denn pro Ausführung zahlen Sie nur 0,80 €. Außerdem entfallen nicht nur die Depotgebühren, Sie finden dort auch die meisten Fonds ohne Ausgabeaufschlag.

Dividenden ETF und Momentum ETF sinnvoll? – Einfache Erklärung

Wir möchten noch auf zwei Sonderformen von ETFs eingehen, die sich momentan größerer Beliebtheit erfreuen. Das sind zum einen der Dividenden ETF, zum anderen der Momentum ETF.

Was ist ein Dividenden ETF?

Wie der Name schon vermuten lässt, konzentrieren sich Dividenden ETFs auf Aktien mit möglichst hoher Dividenden-Ausschüttung.

Im Gegensatz zu klassischen ETFs bilden Dividenden ETFs also keinen Index nach.

„Wer auf regelmäßige Gewinn-Auszahlungen durch seine Investments Wert legt, für den ist ein Dividenden ETF sinnvoll.”

Dividenden sind eine Art “Taschengeld” für Investoren, die ein Unternehmen in regelmäßigen Abständen pro Aktie auszahlt. Je nach Unternehmen kann die Dividende ungefähr zwischen 0,10 € und 10 € pro Aktie liegen.

Im Unterschied zu klassischen ETFs geht es dabei nicht nur um eine möglichst hohe Endrendite, sondern um regelmäßige Erträge in Form von Dividenden-Ausschüttungen der im ETF enthaltenen Unternehmen.

Vorteile Dividenden ETF

  • Regelmäßige Gewinne

  • Passives Einkommen möglich

  • Gewinn-Ausschüttungen können Reinvestiert werden

Warum ein Dividenden ETF sinnvoll ist, liegt auf der Hand: Das Investment wirft regelmäßige Gewinn-Auszahlungen ab, selbst wenn der Aktienwert insgesamt gesunken ist. Bei entsprechend hohen Anlagesummen können Sie sich so alleine mit der Dividende ein passives Einkommen aufbauen.

Alternativ können Sie die Dividenden-Ausschüttungen auch zur Reinvestition verwenden, um ihr ursprüngliches Investment zu vergrößern.

Nachteile Dividenden ETF

  • Hohe Dividenden verringern den Aktienkurs

  • Dividende kann jederzeit ausgesetzt werden

  • Ggf. schlechtere Risikostreuung

Grundsätzlich schlagen sich Dividenden in einem niedrigeren Aktienkurs nieder.

Warum?

Für die regelmäßigen Dividendenzahlungen müssen Unternehmen große Summen Geld aufwenden, um es an die Investoren auszuzahlen – dabei handelt es sich oft um mehrere Milliarden. Damit hat das Unternehmen grundsätzlich weniger Geld für Wachstum und Forschung zur Verfügung. Anleger sind sich dieses Handicaps bewusst und zahlen deshalb grundätzlich weniger Geld für den Erwerb einer Aktie.

„Unternehmen sind nicht zur Dividenzahlung verpflichtet und können diese jederzeit aussetzen.”

Machen Sie sich bewusst, dass ein Unternehmen jederzeit die Dividendenzahlung aussetzen kann. Wenn ein Unternehmen in finanzielle Bedrängnis gerät, gehört die Dividende zu den ersten Dingen, die zur Kosteneinsparung gekürzt wird. In Krisenjahren wie 2020 können Sie sich darauf verlassen, dass die meisten Unternehmen keine oder eine stark verringerte Dividende auszahlen.

Was ist ein Momentum ETF?

Das Momentum ist eine Kennzahl bei der Aktienanalyse, um das Kurspotenzial einer Aktie im Verhältnis zu vorherrschenen Trends zu messen. Momentum ETFs investieren in Aktien mit besonders hohem Momentum, um Gewinne zu maximieren.

Momentum ETF Vorteile

  • Starke Rendite bei Bullen-Märkten

  • Überrendite möglich

  • Gewinne auch in Krisen möglich

Bei Bullentrends haben Sie mit einem Momentum ETF immer die Nase vorn: Denn Sie investieren ausschließlich in die Unternehmen, die an der Spitze des Aufwärtstrends stehen und maximieren so Ihre Rendite.

„Wer in die Spitzenunternehmen einer Branche investiert, hat die besten Chancen auf Überrendite.”

Dementsprechend gibt es hier eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Überrendite. So können Sie auch in Krisen Gewinne einfahren, die mit klasischen ETFs nicht möglich wären.

Denn: Die Momentum-Aktien sind die ersten, die bei der Erholung Gewinne einfahren.

Momentum ETF Nachteile

  • Starke Verlust bei Bärentrends möglich

  • Hohe Volatilität

  • Schlechtere Risikostreuung

Was Ihnen bei Aufwärtstrends zusätzliche Gewinne einbringt, kann Ihnen in Abwärtsphasen hohe Verluste bescheren. Denn die Aktien, die beim Aufstieg am höchsten geklettert sind, können auch am tiefsten fallen.

Gleichzeitig leiden Momentum-ETFs immer an einem erhöhtem Volatiliäts-Risiko. Denn schnellsteigende Aktien führen zu weiten Kursausschlägen in beide Richtungen.

–>Also: Wenn es schlecht läuft, konzentrieren Sie Ihr Risiko auf ein paar wenige Unternehmen, anstatt es wie bei einem Standard-Index breit zu streuen.

Fazit – Nur eine gute Auswahl macht die Anlage in ETF sinnvoll

Grundsätzlich ist ein ETF sinnvoll, um eine breite Risikostreuung mit möglichst wenig Aufwand zu erzielen. Im Gegensatz zum aktiven Management haben Sie dabei auch einen zusätzlichen Kostenvorteil in puncto Gebühren. Absicherungen gegen Krisen können Sie immer noch betreiben, indem Sie auf Anleihen oder Gold setzen.

⚠️ Vorsicht bei Spezial ETFs: Dividenden ETFs und Momentum ETFs sind ein gutes Mittel, um Ihre Gewinne zu maximieren. In Krisenzeiten gehören diese Anlagen allerdings zu den größten Verlierern.

Ein Anbieter, bei dem für jeden ETF Anlegertyp etwas dabei ist, ist Smartbroker. Für ihn spricht nicht nur die hervorragende Auswahl – Sie zahlen dort auch so gut wie keine Gebühren.

Daniel Teplan Finanzredakteur Geldanlage und Geschäftskonten

Vor dem Studium der Computerlinguistik an der LMU München war Daniel Teplan 4 Jahre lang als Junior Editor der Branchenfachzeitschrift Musikmarkt tätig. Dort sammelte er umfassende Erfahrung in der Berichterstattung über finanzielle und administrative Vorgänge der gesamten Musikbranche. Während des Studiums arbeitete er 1 Jahr lang in der Development-Abteilung eines chinesischen Investmentunternehmens für Umwelttechnologie in Shenzhen. Die dort erworbenen Kenntnisse über digitale Anforderungen des modernen Finanzmarkts trugen wesentlich zu seiner Entwicklung als Finanzredakteur bei finanzvergleich.com bei.