Viele Banken werben inzwischen mit grünen ETFs und Fonds. Doch wirklich grüne Finanzgeschäfte fangen schon beim einfachsten Bankprodukt, dem Girokonto, an.

Wer vermeiden will, dass mit seinem Guthaben Rüstungsexporte in Krisengebiete, Massentierhaltung oder die Gewinnung fossiler Brennstoffe finanziert werden, der sollte ein Girokonto bei einer ethischen Bank eröffnen.

Wir haben uns einige nachhaltige Banken näher angesehen und verraten Ihnen, wo Sie mit Ihrem Girokonto ganz nebenbei Gutes für Umwelt, Mensch und Kultur tun – und zu welchem Preis.

Für Schnell-Leser:

Wer auf der Suche nach einem nachhaltigen Girokonto ist, der ist mit den etablierten Ökobanken GLS Bank, Ethikbank und Triodos Bank grundsätzlich gut beraten – muss allerdings mit jährlichen Kosten von bis zu 150 Euro rechnen.

Günstiger, aber nicht zwingend weniger nachhaltig, sind moderne Finanzdienstleister – allen voran Tomorrow, das ein kostenloses und ein kostenpflichtiges Smartphone-Girokonto anbietet.

Auch Bunq vereint zu einem gewissen Maß ethisches und modernes Banking, kann aber weder in Sachen Nachhaltigkeit noch in Sachen Preis-Leistung mit Tomorrow mithalten.

Es lohnt sich außerdem, auch die konventionellen Banken in den Blick zu nehmen. Die DKB etwa ist vergleichsweise nachhaltig, wenn auch nicht den Ökobanken ebenbürtig.

Zu guter Letzt zählen auch zahlreiche kirchliche Geldhäuser zu den ethisch korrekten Banken, die wir aufgrund ihrer spezielleren Ausrichtung im Test nicht weiter berücksichtigt haben, bei denen sich ein näherer Blick aber durchaus lohnen kann.

Nachhaltige Banken: eine Übersicht

Anbieter Nachhaltigkeit Jährliche Fixkosten
fürs Girokonto
Mehr Informationen
GLS Bank ✓✓✓ Mitglieder: 105,60 €
Sonst: 150,60 €
» zur GLS Bank
Ethikbank ✓✓✓ Im Ersten Jahr: 24,00 €
Danach: 117,00 oder 152,00 €
» zur Ethikbank
Triodos Bank ✓✓✓ 120,00 € » zur Triodos Bank
Tomorrow ✓✓✓ Tomorrow: 0,00 €
Tomorrow Zero: 180,00 €
» zu Tomorrow
Bunq Premium: 95,88 €
Premium SuperGreen: 203,88 €
» zu Bunq
DKB ✓✓ 0,00 € » zur DKB

Stand: 05. August 2020

Was machen ethische Banken anders als konventionelle Banken?

Ob als ethische Bank, nachhaltige Bank oder Ökobank bezeichnet: Alternative Banken unterscheiden sich in zwei wesentlichen Punkten von konventionellen Geldhäusern:

  • Ethische Banken schließen kontroverse Investitionen kategorisch aus.

    Ethische Banken haben für sich eine ganze Liste an Ausschluss- bzw. Negativkriterien erstellt, bei denen eine Finanzierung für sie nicht infrage kommt.

  • Ethische Banken investieren gezielt in nachhaltige Bereiche.

    Wirklich nachhaltige Banken geben sich mit den Ausschlusskriterien nicht zufrieden, sondern finanzieren auch nur diejenigen Unternehmen und Projekte, die selbst auf Nachhaltigkeit abzielen.

Beispiele für Negativkriterien

  • Waffen und Rüstung
  • Kinderarbeit
  • Arbeitsrechtsverletzungen
  • Menschenrechtsverletzungen
  • Atomkraft
  • Fossile Brennstoffe
  • Massentierhaltung
  • Tierversuche
  • Gentechnik
  • Glücksspiel
  • Alkohol und Tabak
  • Pornografie

Beispiele für Positivkriterien

  • Bildung, Forschung und Kultur
  • Gesundheit und Pflege
  • Sozialer Wohnungsbau
  • Erneuerbare Energien
  • Energiesparmaßnahmen
  • Klimaschutz
  • Schutz natürlicher Ressourcen
  • Ökologische Landwirtschaft
  • Schaffen und Erhalt von Arbeitsplätzen
  • Beachtung der Menschenrechte
  • Stärkung benachteiligter Gruppen
Nachhaltige Banken investieren nicht in kontroverse Bereiche wie Atomkraft, industrielle Tierhaltung oder Unternehmen, die Kinderarbeit fördern. Sie investieren gezielt in nachhaltige Projekte wie erneuerbare Energien, Bio-Landwirtschaft und Bildung.

Wirklich ethische Banken schließen nicht nur kontroverse Investitionen aus, sondern investieren gezielt in nachhaltig arbeitende Unternehmen und Projekte.

Und nicht zuletzt setzen ethische Banken auch bei sich selbst an, indem sie innerhalb ihres Unternehmens auf Diversität unter ihren Mitarbeitern ebenso achten wie auf faire Löhne.

Welche Banken sind wirklich nachhaltig?

1. Nachhaltigkeit als Kerngeschäft: die Ökobanken

Es existieren mehrere etablierte ethische Banken in Deutschland, die sich schon vor vielen Jahren einem rein nachhaltigen Banking verschrieben haben. Zu diesen als Ökobanken bezeichneten Geldhäusern zählen etwa die GLS Bank, die Ethikbank und die Triodos Bank.

Auch die Umweltbank ist eine ethisch korrekte Bank und verpflichtet sich mit ihrer „Umweltgarantie“ dazu, 100 Prozent der Sparguthaben ihrer Kunden in ökologisch sinnvolle Projekte zu investieren. Stand heute bietet die Umweltbank allerdings kein Girokonto an, weshalb sie in unserem Test nicht weiter berücksichtigt wird.

GLS Bank

Die GLS Bank ist nach eigenen Angaben die erste sozial-ökologische Bank der Welt und konzentriert sich auf Umwelt- und Klimaschutz. Sie fördert aber auch soziale Projekte wie bezahlbaren Wohnraum, Schulen und Pflegeeinrichtungen.

Besonders positiv hervorzuheben:
Kunden der Bank können selbst entscheiden, für welche Finanzierungen sie ihr Guthaben bereitstellen wollen. Zur Auswahl stehen die Kategorien Bildung & Kultur, Erneuerbare Energien, Ernährung, nachhaltige Wirtschaft, Soziales & Gesundheit sowie Wohnen.

Die GLS Bank hat klare Negativ- und Positivkriterien definiert, nach denen sie über eine Investition in Unternehmen und Projekte entscheidet und welche die Bank auf ihrer Website transparent macht:

Ausschlusskriterien der GLS Bank
  • Atomenergie
  • Kohleenergie
  • Rüstung und Waffen
  • Biozide und Pestizide
  • Gentechnik in der Landwirtschaft
  • Chlororganische Massenprodukte
  • Massentierhaltung
  • Embryonenforschung
  • Suchtmittel
  • Tierversuche
Positivkriterien der GLS Bank
  • Erneuerbare Energien
  • Ernährung
  • Land- und Forstwirtschaft
  • Wohnen
  • Bildung und Kultur
  • Soziales und Gesundheit
  • Finanzdienstleistungen
  • Mikrofinanzierung
  • Mobilität
  • Nachhaltige Wirtschaft

Wie nachhaltig die GLS Bank tatsächlich handelt, zeigt der Fair Finance Guide, hinter dem unter anderem die Verbraucherzentrale Bremen steht und der unabhängig die Nachhaltigkeit von Banken in Deutschland beurteilt. Die GLS Bank hat dabei in dem Ranking mehrere Jahre infolge den ersten Platz belegt und wird derzeit mit einer Wertung von 96 Prozent gelistet. Verbindungen zu kontroversen Branchen wie der Rüstungsindustrie oder dem Bergbau bestehen damit nachweislich nicht.

Ethikbank Nachhaltigkeit

Die Ethikbank ist eine Direktbanktochter der Volksbank Eisenberg und hat sich voll und ganz nachhaltigem Banking verschrieben. Das zeigt sich schon an den Produkten des Geldhauses: Dort findet sich neben den Klassikern wie Girokonto und Anlagekonten unter anderem eine Finanzierung speziell für den Erwerb von Photovoltaikanlagen.

Nachhaltigkeit bedeutet für die Ethikbank sowohl Umwelt- und Klimaschutz als auch soziale Gerechtigkeit. Dass sie ethisch vertretbar handelt, zeigt auch das ethische Banken Ranking durch den Fair Finance Guide. Hier landet das genossenschaftliche Institut mit 95 Prozent knapp hinter der GLS Bank.

Positiv hervorzuheben:
Die selbsternannte „gläserne Bank“ macht nicht nur ihre Anlagekriterien öffentlich, sondern auch ihre Finanzierungen.

Ausschlusskriterien der Ethikbank
  • Militärwaffen
  • Atomkraftwerke
  • Kohlekraftwerke
  • Kohleförderung
  • Fossile Energieträger
  • Öl aus Ölsand und Ölschiefer
  • Gentechnische Veränderung von Pflanzen aus Saatgut
  • Kinderarbeit oder Verletzung von Arbeitnehmerrechten
  • Tierversuche bei Kosmetika
  • Industrielle Tierhaltung
  • Bestechungs- und Korruptionsfälle
  • Verstöße gegen die Menschenrechte
  • Pornografie
  • Glücksspiel
  • Bergbau
Positivkriterien der Ethikbank
  • Engagement gegen den Klimawandel
  • Umweltpolitik
  • Umweltmanagement­systeme
  • Leistungen im Umweltbereich
  • Beachtung der Menschenrechte
  • Förderung, Gleichberechtigung und Vielfalt der Mitarbeiter
  • Dialog mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten
  • Weiterbildung und Personalentwicklung
  • Schaffen und Erhalt von Arbeitsplätzen
  • Vorsorgemaßnahmen, um Korruption zu verhindern

Allerdings:
Beim Blick auf die Investitionen der Bank lässt sich durchaus Kritik üben. So hat die Ethikbank beispielsweise Hypothekenpfandbriefe der Apobank erworben, die laut Fair Finance Guide nachweislich in die Rüstungsindustrie und in problematischen Bergbau investiert. Auch wenn Hypothekenpfandbriefe per se unproblematisch sind, da die Gelder direkt in Immobilien fließen, so hätten es ebenso gut solche einer grünen Bank sein können.

Triodos Bank Nachhaltigkeit

Die niederländische Triodos Bank, die in Deutschland seit 2009 mit einer eigenen Zweigniederlassung als Direktbank vertreten ist, bietet ebenfalls gezielt nachhaltige Produkte an, darunter etwa ein klimaneutrales Depot.

Speziell in Deutschland unterstützt die ethische Bank maßgeblich das Projekt „Königspark“, das bezahlbaren Wohnraum mitsamt Produktion erneuerbarer Energien inmitten von Berlin schaffen soll. International wurden von der Triodos Bank außerdem diverse Kulturprojekte, ein Gnadenhof, Bio-Restaurants und nachhaltige Mode-Labels finanziert.

Neben ausgewählten Finanzierungen macht die Triodos Bank, die im Fair Finance Guide mit einer Wertung von 87 Prozent den dritten Platz belegt, auch ihre Anlagekriterien transparent.

Ausschlusskriterien der Triodos Bank
  • Waffen
  • Tabak
  • Pornografie
  • Pelzwaren
  • Umweltgefährdende Stoffe
  • Glücksspiel
  • Tierversuche
  • Nicht artgerechte Tierzucht und -haltung
  • Korruption und Unterstützung diktatorischer Regime
  • Verstöße gegen das Arbeitsrecht
Positivkriterien der Triodos Bank
  • Ökologisches Handeln (z. B. Wind- und Solarparks sowie Bio-Bauernhöfe)
  • Kultur und Bildung (z. B. Schulen und andere Bildungseinrichtungen, kulturelle Zentren, gemeinschaftliche Projekte)
  • Soziales Engagement (z. B. Produktion von Fair-Trade-Gütern, sozial ausgerichtete Wohnprojekte, nachhaltiger Tourismus, innovative Alters- und Pflegeeinrichtungen)

Ein Vorteil der Triodos Bank:
Die Kreditkarte wird nach Angaben des Geldhauses ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Wer es noch grüner will, der kann auf die physische Karte ganz verzichten und auf eine rein digitale Variante ausweichen.

2. Nachhaltigkeit vereint mit modernem Banking: die ethischen Fintechs

Neben den etablierten ökologischen Banken gibt es inzwischen auch Neobanken, die auf mobiles Banking gepaart mit Nachhaltigkeit setzen. Zu nennen sind hier vor allem Tomorrow sowie Bunq.

Tomorrow Nachhaltigkeit

Tomorrow wird als das nachhaltige N26 gehandelt und verspricht „mobiles Banking für ein besseres Morgen“.

Der Finanzdienstleister aus Hamburg bietet ein reines Smartphone-Konto an und beschränkt sich bei seinen Investitionen auf nachhaltige Unternehmen. Dabei orientiert sich Tomorrow an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Der Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien und dem Schutz des Regenwaldes.

Eine Besonderheit bei Tomorrow ist der „Klimaschutzbeitrag“:
Wie jeder Finanzdienstleister erhält auch Tomorrow eine Gebühr vom Händler, sobald ein Kunde bei ihm mit Karte zahlt. Einen Teil dieser Gebühr investiert Tomorrow in weltweite Klimaschutzprojekte. Nach Angaben des Fintechs schützt jeder Euro, der mit der Tomorrow-Karte ausgegeben wird, einen Quadratmeter Regenwald.

Girokonto bei Tomorrow eröffnen
Ausschlusskriterien von Tomorrow
  • Waffen und Rüstung
  • Atomenergie
  • Gentechnik
  • Betrieb von Kohlekraftwerken
  • Finanzierung von Kohlekraftneubauten
  • Förderung von Erdöl, Stein- und Braunkohle
  • Fracking
  • Handel mit Kohlestrom
  • Tabak
  • Alkohol
  • Pornografie
  • Verletzung von Menschenrechten und Arbeitsrechtverstöße
  • Zerstörung von Ökosystemen
  • Korruption und Bilanzbetrug
  • Industrielle Tierhaltung
  • Spekulation mit Nahrungsmitteln
Positivkriterien von Tomorrow
  • Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, konkret:
  • Schutz natürlicher Ressourcen
  • Gewährleistung von Grundbedürfnissen
  • Klimaschutz
  • Empowerment benachteiligter Gruppen

Das reguläre Girokonto von Tomorrow kommt ganz ohne Kontoführungsgebühr daher. Wer mehr für den Klimaschutz tun will, kann seit Februar 2020 aber auch ein kostenpflichtiges Konto mit Namen „Tomorrow Zero“ eröffnen, das mit 15 Euro pro Monat zu Buche schlägt, aber vollen CO2-Ausgleich verspricht. Die monatliche Gebühr fließt direkt in ökologische Projekte wie den Bau von Biogasanlagen in Vietnam, die Trinkwasseraufbereitung in Uganda oder die Unterstützung von Kleinbauern in Peru.

Einziger Kritikpunkt:
Tomorrow selbst verfügt Stand heute nicht über eine Banklizenz und ist damit auf die Zusammenarbeit mit einer Bank angewiesen. Das Konto und die Karte laufen daher offiziell über die Solarisbank, die selbst keine grüne Bank ist. Tomorrow versichert aber, dass die Solarisbank zu keiner Zeit über die Kundeneinlagen verfügen kann.

Im Fair Finance Guide wird Tomorrow übrigens mangels Banklizenz nicht gelistet.

Bunq Nachhaltigkeit

Auch die niederländische Bank Bunq wirbt bei ihrem Smartphone-Konto mit Nachhaltigkeit und verspricht Kunden eine positive CO2-Bilanz binnen zwei Jahren.

Allerdings:
Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es das Kontomodell Premium SuperGreen, das mit monatlich 16,99 Euro deutlich teurer ist als das reguläre Konto mit seiner Kontoführungsgebühr von 7,99 Euro pro Monat. Dafür wird beim teureren Modell je 100 Euro Umsatz mit Giro- oder Kreditkarte ein Baum in Madagaskar, Nepal, Haiti, Indonesien, Mosambik oder Kenia gepflanzt. Das Wachstum des eigenen kleinen Wäldchens lässt sich über die App nachverfolgen.

Was die grundsätzlichen Anlagekriterien angeht, zeigt sich Bunq relativ transparent. Gerade bei den Positivkriterien bleibt die Bank aber sehr vage, sodass wir Tomorrow unter den nachhaltigen Fintechs klar den Vorzug geben würden.

Ausschlusskriterien von Bunq
  • Rüstung
  • Tabak
  • Glücksspiel
  • Kernenergie
  • Kohle
  • Teersande und Ölschiefer
  • Häufige und schwerwiegende Verstöße gegen den Global Compact
Positivkriterien von Bunq
  • Nur europäische, auf Euro lautende Anleihen
  • Bevorzugt Unternehmen, die im Bereich der ESG-Politik und -Umsetzung eine überdurchschnittliche Leistung erbringen

Eine Besonderheit bei Bunq:
Jeder Kontoinhaber erhält 0,27 Prozent Zinsen pro Jahr auf seine Guthaben. Wer etwa aus religiösen Gründen auf die Zinseinnahmen verzichten will, kann dies bei Bunq aber ebenso gut tun.

3. Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil: die konventionellen Banken

Nicht nur Ethikbanken und ethische Fintechs haben erkannt, wie wichtig nachhaltiges Banking ist. Auch so manche konventionelle Bank schreibt sich inzwischen Nachhaltigkeit auf die Fahne. So etwa die DKB.

DKB Nachhaltigkeit

Die DKB (kurz für Deutsche Kreditbank) mit Sitz in Berlin positioniert sich mit ihrer Kampagne „Geldverbesserer“ als nachhaltige Bank. Nach eigenen Angaben hat die Bank zuletzt 78 Prozent ihrer Bilanz in Unternehmen und Projekte investiert, die zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beitragen.

Damit investiert die Bank zwar nicht ausschließlich nachhaltig – kann also mit einer Ökobank nicht mithalten –, sie handelt aber nach bedeutend strengeren ethischen, sozialen und ökologischen Prinzipien als die meisten konventionellen Banken. Das belegt auch das WWF-Bankenrating, das die DKB zum nachhaltigsten der 14 größten deutschen Geldhäuser ernannt hat.

Ein Vorteil, den die Größe der DKB mit sich bringt:
Sie veröffentlicht regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht, der für ein gewisses Maß an Transparenz sorgt. Auch ihre Anlagekriterien macht die DKB öffentlich. Dabei lassen sich aber durchaus Lücken feststellen. Unklar ist etwa, wie die Bank zur Finanzierung von Kohleabbau und -kraftwerken steht.

Girokonto bei der DKB eröffnen
Ausschlusskriterien der DKB
  • Atomkraftwerke
  • Rüstungsgüter
  • Pornografie
  • Prostitution
  • Drogenhandel
  • Jegliche Verstöße gegen Menschenrechte
  • Geldwäsche
  • Terrorfinanzierung
  • Wirtschaftskriminalität
Positivkriterien der DKB
  • Wohnen
  • Gesundheit und Pflege
  • Kommunen
  • Bildung und Forschung
  • Private Haushalte
  • Umwelttechnik
  • Landwirtschaft und Ernährung
  • Energie und Versorgung (vor allem erneuerbare Energien)
  • Tourismus
  • Freie Berufe
  • Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Allerdings:
Im Fair Finance Guide ist die DKB nicht gelistet – dafür aber ihr Mutterkonzern, die BayernLB. Und die schneidet mit einer Wertung von 27 Prozent äußerst schlecht ab, was laut Auswertung unter anderem an finanziellen Verbindungen zu Rüstungsherstellern und kontroversen Bergbauunternehmen liegt.

Inwiefern sich das auch auf die Nachhaltigkeit der DKB auswirkt, lässt sich nur schwer beurteilen. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, der ist mit einer etablierten nachhaltigen Bank wie der GLS Bank, der Ethikbank oder der Triodos Bank also besser beraten – auch wenn er dann anders als beim kostenlosen DKB-Cash-Konto monatliche Gebühren zahlen muss.

Die Regionalbanken genießen noch immer ein großes Kundenvertrauen. Nicht selten werben sie auch mit ihrem sozialen Engagement, das ein gewisses Maß an Nachhaltigkeit vermuten lässt.

Doch das ist nicht zwingend gegeben, wie sich am Beispiel der Sparkasse Köln-Bonn und der Stadtsparkasse Düsseldorf zeigt: Beide sind wegen ihrer finanziellen Verbindungen zu zahlreichen kontroversen Unternehmen aus Rüstung, Bergbau, Öl- und Gasförderung sowie der Tabakindustrie als Negativbeispiele im Fair Finance Guide gelistet.

Ein entgegengesetzter Fall ist die Volksbank Eisenberg, bei der dieselben Prinzipien gelten wie bei ihrer Direktbanktochter, der Ethikbank. Auch sie ist also als nachhaltige Bank zu bewerten.

4. Nachhaltigkeit aus religiöser Überzeugung: die kirchlichen Banken

Neben den privaten Banken und Finanzdienstleistern gibt es auch noch zahlreiche kirchliche Banken, die sich an strengen Nachhaltigkeitsstandards orientieren. Dazu zählen nach einer Auflistung der Verbraucherzentrale Bremen etwa folgende Banken:

  • Bank für Kirche und Caritas (nur für Mitarbeiter kirchlich-karitativer Einrichtungen)
  • Bank für Kirche und Diakonie
  • Bank für Orden und Mission
  • Bank im Bistum Essen
  • DKM Darlehnskasse Münster (nur für Mitarbeiter kirchlich-karitativer Einrichtungen)
  • Evangelische Bank
  • Pax-Bank
  • Steyler Bank

Die Anlagekriterien dieser Geldhäuser können denen der Ökobanken in vielen Fällen das Wasser reichen. Gleichzeitig lohnt sich aber auch hier ein genauer Blick in die Details: Denn nicht alle kirchlichen Banken schließen etwa Investitionen in Öl- und Gasunternehmen oder in industrielle Tierhaltung aus.

Was kostet ein Girokonto bei einer nachhaltigen Bank?

Nachhaltigkeit hat ihren Preis. Das gilt vor allem für die etablierten Ethikbanken, bei denen sich allein Kontoführungsgebühr und die Fixkosten für Girocard und Kreditkarte gut und gern auf 150 Euro pro Jahr summieren.

Am teuersten unter den von uns betrachteten nachhaltigen Banken und Produkten schneidet aber tatsächlich Bunq PremiumGreen ab, das gleichzeitig in Sachen Nachhaltigkeit nicht mit den Ökobanken oder Tomorrow mithalten kann.

Ethische Banken: Vergleich der Kosten fürs Girokonto

Anbieter Mtl. Kontoführungsgebühr Mtl. Beitrag Jährl. Kosten für die Girocard Jährl. Kosten für die Kreditkarte Kosten für Bargeldabhebungen  Dispozins Mehr Informationen
GLS Bank 3,80 Euro  5,00 Euro  Mitglieder: 0,00 €
Sonst: 15,00 €
Mitglieder: 0,00 €
Sonst: 30,00 €
0,00 € mit Girocard  Bis 10.000 €: 0,00 % p. a.
Danach: 7,00 % p. a.
» zur GLS Bank
Ethikbank Im ersten Jahr: 2,00 €
Danach: 8,50 € 
0,00 € Im ersten Jahr: 0,00 €
Danach: 15,00 €
Im ersten Jahr: 0,00 €
Danach: 35,00 € bei einem Umsatz < 4.000 €
0,00 € mit Girocard  7,50 % p. a. » zur Ethikbank
Triodos Bank 5,50 € 0,00 € 15,00 € 39,00 € 0,00 € mit Kreditkarte 6,62 % p. a. » zur Triodos Bank
Tomorrow Tomorrow: 0,00 €
Tomorrow Zero: 15,00 €
0,00 € keine Girocard 0,00 € Tomorrow: 2,00 € ab der vierten Abhebung
Tomorrow Zero: 0,00 €
kein Dispokredit » zu Tomorrow
Bunq siehe mtl. Beitrag Premium: 7,99 €
Premium SuperGreen: 16,99 €
0,00 € 0,00 € 0,99 € ab der 11. Abhebung mit Giro- oder Kreditkarte kein Dispokredit » zu Bunq
DKB 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € Aktivkunden: 6,74 % p. a.
Sonst: 7,34 % p. a. 
» zur DKB

Stand: 05. August 2020
Quelle: Preis- und Leistungsverzeichnisse sowie Preisaushänge der genannten Banken

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Fazit: Welche ist die beste ethische Bank?

Die beste ethische Bank ist eine, die zu Ihnen, Ihren Ansprüchen in puncto Nachhaltigkeit und zu Ihrem Geldbeutel passt.

  • Sie suchen eine Bank, die erwiesenermaßen nachhaltig handelt, und der Preis Ihres Girokontos spielt für Sie eine untergeordnete Rolle? Dann sind ethische Banken wie die GLS Bank, die Ethikbank und die Triodos Bank für Sie die richtigen.

  • Sie legen Wert auf modernes und gleichermaßen nachhaltiges Banking und weniger auf Erfahrungswerte? Dann sind Sie mit Tomorrow an der richtigen Adresse.

    » Girokonto bei Tomorrow eröffnen

  • Sie wollen ein kostenloses Girokonto bei einer etablierten Bank, auf Nachhaltigkeit aber nicht ganz verzichten? Dann ist die DKB für Sie eine sehr gute Option.

    » zum Girokonto der DKB

Franziska Händschel Finanzredakteurin Geldanlage & Finanzierung

Franziska Händschel ist seit 2013 als Finanzredakteurin tätig. Nach ihrem Studium der Germanistik und Anglistik/Amerikanistik im thüringischen Jena arbeitete sie zunächst als Übersetzerin und Online-Redakteurin für ein auf Edelmetallinvestments spezialisiertes Newsportal. Ab 2015 war sie als Online-Finanzredakteurin und später Leiterin der Finanzredaktion für das Vergleichsportal CHECK24 tätig. In dieser Zeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für die klassischen Verbraucherfinanzprodukte vom Girokonto bis zur Baufinanzierung. Seit 2020 berichtet Franziska Händschel für finanzvergleich.com über ebendiese Bankprodukte sowie Trends im Finanzwesen.