Crowdfunding:
Geld anlegen im Schwarm
Unternehmen holen sich Kapital heute nicht mehr nur bei der Bank, sondern direkt bei Privatanlegern. Wir zeigen Dir die drei Formen, die für Anleger zählen, und was sie riskant macht.
Crowdfunding heißt übersetzt Schwarmfinanzierung. Statt einen einzelnen Geldgeber um Kapital zu bitten, wendet sich ein Projekt an viele Menschen gleichzeitig. Jeder steuert einen kleinen Betrag bei, teils schon ab 25 Euro. Abgewickelt wird das über Onlineplattformen, die die Projekte prüfen und die Zahlungen abwickeln. Bei manchen Formen spendest Du, bei anderen legst Du an und erwartest eine Rendite.
Darum schauen sich Anleger Crowdfunding an
Wie eine Finanzierungsrunde abläuft
Die drei Formen für Anleger
Crowdlending
Du vergibst gemeinsam mit anderen einen Kredit, meist an ein Unternehmen. Zinssatz und Laufzeit stehen vorab fest, das macht diese Form am planbarsten. Zahlt der Kreditnehmer nicht zurück, gibt es keine Absicherung. Anleger verteilen ihr Geld deshalb üblicherweise auf viele kleine Kredite.
Immobilien-Crowdinvesting
Hier finanzierst Du ein konkretes Bauvorhaben mit. Du wirst nicht Miteigentümer, sondern stellst dem Projektentwickler Kapital zur Verfügung, meist über ein Nachrangdarlehen mit fester Verzinsung. Nachrang heißt: Gerät das Projekt in Schieflage, werden zuerst die Bank und andere Gläubiger bedient. Bauverzögerungen schieben die Rückzahlung außerdem oft nach hinten.
Startup- und Unternehmens-Crowdinvesting
Du beteiligst Dich an einem jungen Unternehmen, meist über ein partiarisches Nachrangdarlehen. Du bekommst einen Anteil am Erfolg, etwa beim späteren Verkauf, hast aber kein Stimmrecht. Das ist die spekulativste der drei Formen: Viele junge Unternehmen scheitern, dann ist das Geld vollständig verloren. Gelingt der Aufstieg, kann die Rendite ein Vielfaches betragen.
| Crowdlending | Immobilien | Startup | |
|---|---|---|---|
| Rückfluss | Feste Zinsen | Feste Zinsen | Erfolgsabhängig |
| Laufzeit | Kurz bis mittel | Mittel | Lang und offen |
| Planbarkeit | Hoch | Mittel | Gering |
| Risiko | Erhöht | Hoch | Sehr hoch |
Bekannte Plattformen
Companisto vermittelt Beteiligungen an Startups und Wachstumsunternehmen, Einstieg ab 250 Euro pro Projekt.
Kickstarter steht für Reward-Crowdfunding: Unterstützer bekommen das Produkt als Gegenleistung, keine Beteiligung und keine Zinsen.
Chancen und Risiken
Die höheren Zinsen sind kein Geschenk, sondern die Bezahlung für ein Risiko, das Du selbst trägst.
Dafür spricht
Das solltest Du einkalkulieren
Fazit: Beimischung mit klarem Risikoprofil
Crowdfunding schließt eine Lücke zwischen Zinsanlage und Unternehmensbeteiligung. Für kleine Beträge bekommst Du Zugang zu Projekten, die sonst institutionellen Investoren vorbehalten sind, und übernimmst im Gegenzug deren Risiko. Wer einsteigt, sollte nur Geld verwenden, dessen Verlust verkraftbar ist, und über mehrere Projekte und Plattformen streuen.