Finanzen optimieren in 7 Schritten

Crowdfunding:
Geld anlegen im Schwarm

Finanzen optimieren in 7 Schritten

Unternehmen holen sich Kapital heute nicht mehr nur bei der Bank, sondern direkt bei Privatanlegern. Wir zeigen Dir die drei Formen, die für Anleger zählen, und was sie riskant macht.

Crowdfunding heißt übersetzt Schwarmfinanzierung. Statt einen einzelnen Geldgeber um Kapital zu bitten, wendet sich ein Projekt an viele Menschen gleichzeitig. Jeder steuert einen kleinen Betrag bei, teils schon ab 25 Euro. Abgewickelt wird das über Onlineplattformen, die die Projekte prüfen und die Zahlungen abwickeln. Bei manchen Formen spendest Du, bei anderen legst Du an und erwartest eine Rendite.

Darum schauen sich Anleger Crowdfunding an
  • Einstieg schon mit kleinen Beträgen, je nach Plattform ab 25 bis 500 Euro

  • Zugang zu Projekten, die lange großen Investoren vorbehalten waren

  • Zinsen deutlich über dem Niveau klassischer Spareinlagen

  • Du siehst genau, welches Vorhaben Du finanzierst

Wie eine Finanzierungsrunde abläuft

Die drei Formen für Anleger

Crowdlending

Du vergibst gemeinsam mit anderen einen Kredit, meist an ein Unternehmen. Zinssatz und Laufzeit stehen vorab fest, das macht diese Form am planbarsten. Zahlt der Kreditnehmer nicht zurück, gibt es keine Absicherung. Anleger verteilen ihr Geld deshalb üblicherweise auf viele kleine Kredite.

  • Laufzeit wenige Monate bis fünf Jahre, Mindestbetrag oft ab 25 Euro

  • Hauptrisiko: Zahlungsausfall des Kreditnehmers

Immobilien-Crowdinvesting

Hier finanzierst Du ein konkretes Bauvorhaben mit. Du wirst nicht Miteigentümer, sondern stellst dem Projektentwickler Kapital zur Verfügung, meist über ein Nachrangdarlehen mit fester Verzinsung. Nachrang heißt: Gerät das Projekt in Schieflage, werden zuerst die Bank und andere Gläubiger bedient. Bauverzögerungen schieben die Rückzahlung außerdem oft nach hinten.

  • Laufzeit ein bis drei Jahre, Mindestbetrag oft ab 250 Euro

  • Hauptrisiko: Nachrangigkeit und Insolvenz des Entwicklers

Startup- und Unternehmens-Crowdinvesting

Du beteiligst Dich an einem jungen Unternehmen, meist über ein partiarisches Nachrangdarlehen. Du bekommst einen Anteil am Erfolg, etwa beim späteren Verkauf, hast aber kein Stimmrecht. Das ist die spekulativste der drei Formen: Viele junge Unternehmen scheitern, dann ist das Geld vollständig verloren. Gelingt der Aufstieg, kann die Rendite ein Vielfaches betragen.

  • Laufzeit offen, häufig fünf Jahre und länger, Mindestbetrag oft ab 100 Euro

  • Rendite nicht kalkulierbar, abhängig vom Unternehmenserfolg

  • Hauptrisiko: sehr hohe Ausfallquote, Totalverlust als realistischer Fall

Crowdlending Immobilien Startup
Rückfluss Feste Zinsen Feste Zinsen Erfolgsabhängig
Laufzeit Kurz bis mittel Mittel Lang und offen
Planbarkeit Hoch Mittel Gering
Risiko Erhöht Hoch Sehr hoch

Bekannte Plattformen

Companisto vermittelt Beteiligungen an Startups und Wachstumsunternehmen, Einstieg ab 250 Euro pro Projekt.

Kickstarter steht für Reward-Crowdfunding: Unterstützer bekommen das Produkt als Gegenleistung, keine Beteiligung und keine Zinsen.

Chancen und Risiken

Die höheren Zinsen sind kein Geschenk, sondern die Bezahlung für ein Risiko, das Du selbst trägst.

Dafür spricht

  • Renditechancen über dem Zinsniveau von Spareinlagen

  • Kleine Beträge, dadurch Streuung über viele Projekte möglich

  • Nachvollziehbar, wohin das Geld fließt

Das solltest Du einkalkulieren

  • Keine Einlagensicherung, Totalverlust ist möglich

  • Nachrangklauseln stellen Dich hinter andere Gläubiger

  • Kaum handelbar, vor Laufzeitende kommst Du meist nicht an Dein Geld

Fazit: Beimischung mit klarem Risikoprofil

Crowdfunding schließt eine Lücke zwischen Zinsanlage und Unternehmensbeteiligung. Für kleine Beträge bekommst Du Zugang zu Projekten, die sonst institutionellen Investoren vorbehalten sind, und übernimmst im Gegenzug deren Risiko. Wer einsteigt, sollte nur Geld verwenden, dessen Verlust verkraftbar ist, und über mehrere Projekte und Plattformen streuen.

Häufige Fragen zum Crowdfunding

Je nach Plattform und Projekt zwischen 25 und 500 Euro. Bei Immobilienprojekten sind die Einstiegshürden meist höher als beim Crowdlending.

In der Regel nicht. Die Beteiligungen sind an eine feste Laufzeit gebunden und nicht börslich handelbar. Einzelne Plattformen bieten einen Zweitmarkt an, dort brauchst Du aber einen Käufer für Dein Investment.

An der ausgewiesenen Erlaubnis der Plattform, an offengelegten Ausfällen der Vergangenheit, an prüfbaren Projektunterlagen und daran, dass Risiken klar benannt statt kleingeredet werden. Renditeversprechen ohne Risikohinweis sind ein Warnsignal.

Als Einkünfte aus Kapitalvermögen mit der Abgeltungsteuer. Führt die Plattform die Steuer nicht ab, gibst Du die Erträge selbst in der Steuererklärung an.

Risikohinweis
Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Crowdinvesting und Crowdlending unterliegen keiner Einlagensicherung. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information, stellt keine Anlageberatung dar und ersetzt keine individuelle Beratung.