Ein Girokonto mit Unterkonten verspricht geordnete Finanzen. Doch welche Bank bietet überhaupt Unterkonten an? Zu welchem Preis? Und wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Unterkonten, Pockets, Spaces und Vaults?

Wir geben Ihnen die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Unterkonto.

Für Schnell-Leser

  • Unterkonten – also Konten, die einem Hauptkonto zugeordnet sind – verbessern den Überblick über die eigenen Finanzen.

  • Mit ihnen können Sie sowohl Ihre Umsätze leichter kategorisieren als auch Sparziele verfolgen.

  • Unterkonten mit eigener IBAN eignen sich sogar für den direkten Zahlungsverkehr.

  • Vor allem die Neobanken und Fintechs bieten Unterkonten an. Aber auch einige traditionelle Banken haben sie im Repertoire.

  • Unser Vergleich bietet Ihnen einen Überblick über die 10 wichtigsten Anbieter von Unterkonten, deren Kontomodelle und Preise.

Was ist ein Unterkonto?

Was ist ein Unterkonto?

Unterkonten sind Teilbereiche eines Kontos. Sie können der Umsatzkategorisierung ebenso dienen wie dem Erreichen von Sparzielen.

Ein Unterkonto ist vereinfacht ausgedrückt ein Konto im Konto. Es wird einem bestehenden Hauptkonto, im Normalfall also dem regulären Giro- oder Geschäftskonto, zugeordnet.

Im engeren Sinne steht der Begriff “Unterkonto” für diejenigen Konten, die eine eigene IBAN haben. So kann es sich beim Unterkonto um ein weiteres Girokonto derselben Bank handeln, das für den direkten Zahlungsverkehr geeignet ist. Aber auch ein Tagesgeldkonto, das zwar keine ausgehenden Zahlungen, aber Geldeingänge von Drittkonten ermöglicht, kann als Unterkonto genutzt werden.

Keine Unterkonten im eigentlichen Sinne, aber doch regelmäßig als solche bezeichnet, sind die ohne eigene IBAN. Diese Unterkonten finden sich vor allem bei den Neobanken und sind dazu gedacht, die Geldeingänge und -ausgänge besser zu strukturieren. Mit ihnen lassen sich wiederkehrende Ausgaben vormerken und Sparziele verfolgen. Für den direkten Zahlungsverkehr sind sie aber nicht geeignet.

Unterkonto: Ein Konto, viele Namen

Vor allem bei den moderneren Finanzdienstleistern finden sich zahlreiche alternative Bezeichnungen für “Unterkonto”. Sie meinen aber nicht immer dasselbe:

  • Hinter dem Namen “Pocket” verbirgt sich je nach Anbieter (und manchmal sogar je nach Kontomodell) mal ein Unterkonto mit eigener IBAN, mal eines ohne.

  • Bei N26* heißen die Unterkonten “Spaces”. Sie verfügen seit Mai 2021 über eine eigene IBAN.

  • Beim Londoner Fintech Revolut gibt es gleich zwei verschiedene Unterkonten: die Pockets, die die Umsatzkategorisierung erleichtern, und die rein fürs Sparen konzipierten “Vaults”. Eine eigene IBAN hat aber keines von beiden Unterkonten.

Welche Vorteile haben Unterkonten?

Unterkonten erfüllen eine ganze Reihe von Funktionen – und haben damit entsprechend auch viele Vorteile zu bieten:

Mit Unterkonten legen Sie gezielt Geld beiseite.

Ein Unterkonto fürs neue E-Bike, eines für den nächsten Urlaub: Mit einem eigenen Teilbereich speziell für jede größere Anschaffung oder jedes größere Vorhaben setzen Sie Ihre Sparziele konsequent um, ohne den Überblick zu verlieren.

Unterkonten bringen Ordnung in die eigenen Finanzen.

Mit Unterkonten verfolgen Sie nicht nur Sparziele. Oftmals können Sie darüber auch wiederkehrende Zahlungen abwickeln, z. B. Versicherungsbeiträge oder Abschläge für Strom und Gas. So sehen Sie auf einen Blick, wie viel Geld Sie wofür ausgeben.

Jahresbeiträge kommen nicht mehr überraschend.

Zahlungen wie die Kfz-Steuer, die nur einmal im Jahr anfallen, kommen trotz aller Planbarkeit immer wieder überraschend? Mit einem Unterkonto können Sie diese Einmalbeträge gezielt Monat für Monat ansparen und sind so immer bestens vorbereitet.

Tipp: Mit Unterkonten können Sie bei Ihren Abos sparen

Ob Versicherung, Nahverkehrsticket oder Streaming-Abo: Es gibt einige Leistungen, die bei jährlicher Zahlung günstiger sind als bei monatlicher. Wenn Sie dieses Sparpotential nutzen, aber nicht auf die monatliche Zahlung verzichten wollen, kann sich ein Unterkonto für Sie lohnen: Legen Sie monatlich einfach einen Teil des Jahresbeitrags beiseite – am leichtesten geht das per Dauerauftrag – und lassen Sie den Beitrag am besten direkt vom dafür vorgesehenen Unterkonto einziehen.

Das Geld lässt sich schnell von A nach B verschieben.

Gerade bei den innovativen Banking Apps lässt sich das Geld vom Girokonto bequem aufs Unterkonto verschieben und zurück. Solche Umbuchungen erfolgen in der Regel in Echtzeit. Das ist praktisch, wenn Sie einmal notgedrungen auf Ihre Reserven zurückgreifen müssen.

Mit Unterkonten sparen Sie ganz nebenbei.

Einige Banken und Fintechs bieten die Möglichkeit, jede Zahlung mit Karte aufzurunden und den Differenzbetrag direkt dem Unterkonto gutzuschreiben. Solche Aufrundungsregeln, auch bekannt als Wechselgeld-Sparen, bilden über die Zeit ganz automatisch ein kleines finanzielles Polster.

Welche Banken bieten ein Girokonto mit Unterkonten an?

Vor allem die Neobanken haben die Vorteile von Unterkonten für sich entdeckt und bieten ihren Kunden selbige an. Teilweise sind sie sogar in den kostenlosen Kontomodellen inbegriffen. Einige wenige setzen bei der Anzahl der Unterkonten nicht einmal ein Limit – dafür aber sind die Subkonten mangels IBAN nicht für den direkten Zahlungsverkehr geeignet.

Bei den etablierten Direktbanken und den traditionellen Filialbanken beschränkt sich die Auswahl an Unterkonten oft auf eines: das Tagesgeldkonto. Die Norisbank sticht hier heraus. Bei ihr können Sie bis zu 5 Giro- oder Tagesgeldkonten als Unterkonten zu Ihrem Hauptkonto hinzufügen.

Girokonto mit Unterkonten: Vergleich 2021

Anbieter Kontomodell Gebühr p. M. Unterkonten eigene IBAN
Bunq* Easy Money 7,99 € bis zu 25 nein
Easy Green 16,99 €
C24 Smart 0,00 € bis zu 4 gegen Gebühr
Plus 5,90 € bis zu 6 ja
Max 9,90 € bis zu 8
Comdirect* Girokonto 0,00/4,90 €  1 (Tagesgeldkonto) ja
Girokonto Plus 14,90 €
ING* Girokonto 0,00/4,90 €  1 (Tagesgeldkonto) ja
N26* Standard 0,00 €
Smart 4,90 € bis zu 10 ja
You 9,90 €
Metal 16,90 €
Norisbank* Top Girokonto 0,00/3,90 €  bis zu 5 ja
Girokonto Plus 7,90 €
Revolut Standard 0,00 unbegrenzt nein
Plus 2,99
Premium 7,99
Metal 13,99
Sparkassen Unterschiedlich Unterschiedlich bis zu 2 ja
Tomorrow* Free 0,00 € bis zu 2 nein
Together  5,00 € bis zu 5
Zero 15,00 € unbegrenzt
Vivid Money* Standard 0,00 € bis zu 15 ja
Prime 9,90 €

Stand: 10.06.2021 | Alle Angaben stellen die Konditionen für Neukunden dar.

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Was kostet ein Girokonto mit Unterkonten?

Ein Blick auf die Tabelle oben zeigt: Vor allem bei den Fintechs sind virtuelle Unterkonten oft eine Inklusivleistung. Nicht selten sind sie sogar – zumindest in begrenzter Anzahl – im einfachsten Kontomodell enthalten. Bei den Direktbanken und Filialbanken sind zumindest die Tagesgeldkonten oft eine kostenlose Leistung (ein etwaiges Verwahrentgelt für hohe Sparbeträge lassen wir an der Stelle außer Acht).

Dennoch können Unterkonten auch zusätzliche Kosten verursachen:

  • Sind mehr als die Inklusiv-Konten gewünscht, so müssen Sie mitunter auf ein teureres Kontomodell umsteigen oder anderweitig einen Aufpreis zahlen. Bei Bunq etwa können Sie zwar beliebig viele Unterkonten zu Ihrem Hauptkonto hinzufügen – doch nur die ersten 25 davon sind im Kontopreis inbegriffen. Für jeweils weitere 25 Konten zahlen Sie stolze 19 Euro pro Monat.

  • Ein weiterer Kostenfaktor kann die IBAN sein, wie sich am Beispiel der C24 Bank zeigt. Hier zahlen Sie beim Kostenlos-Konto 2,90 Euro pro Unterkonto und Monat extra – oder müssen alternativ auf ein kostenpflichtiges Konto ausweichen.

  • Besonders teuer kann es werden, wenn Sie weitere Girokonten als Unterkonten hinzufügen – eine Option, die Ihnen vor allem Filialbanken nicht selten bieten. Hier müssen Sie gegebenenfalls für Ihr Hauptkonto und für jedes Unterkonto eine Kontoführungsgebühr zahlen.

Wie eröffne ich ein Girokonto mit Unterkonten?

Um die Vorteile von Unterkonten für sich nutzen zu können, müssen Sie zunächst einmal das passende Hauptkonto eröffnen, sofern noch nicht geschehen.

Je nach Anbieter füllen Sie dafür den Antrag in der App oder online aus und legitimieren sich per Videoident. Entscheiden Sie sich für ein traditionelles Konto bei der Filialbank, so können Sie dieses auch vor Ort eröffnen.

Sobald das Hauptkonto eröffnet ist, können Sie die Unterkonten hinzufügen.

Bei den Fintechs reicht dafür häufig schon ein Klick in der App. Bei den Direktbanken lässt sich ein Unterkonto in der Regel ebenso einfach über das Online-Banking einrichten. Eine erneute Legitimierung ist dabei nicht erforderlich.

N26 Spaces hinzufügen

Die Spaces bei N26 lassen sich bequem über die App dem Konto hinzufügen. © N26

Welches das beste Girokonto mit Unterkonten?

Diese Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten. Denn das hängt naturgemäß davon ab, was Sie mit den Unterkonten erreichen wollen.

  • Sie wollen ein Girokonto mit (beliebig) vielen Unterkonten, um Ihre Finanzen bis ins kleinste Detail durchzustruktrieren? Dann kann sich ein Blick auf Anbieter wie Vivid Money* oder Revolut lohnen. Wenn Sie bereit sind, für das Konto etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, kommt auch Bunq* für Sie infrage.
  • Ihre Unterkonten sollen funktionieren wie Ihr Girokonto auch? Dann achten Sie darauf, dass die Konten über eine eigene IBAN verfügen und es sich nicht um ein reines Sparkonto handelt. Passende Unterkonten finden Sie beispielsweise bei N26* und bei Vivid Money*.

  • Sie wollen mit den Unterkonten vor allem größere Sparziele verfolgen? In dem Fall genügen womöglich schon einige wenige Unterkonten ohne eigene IBAN, wie Sie sie beispielsweise bei Tomorrow* finden. Aber auch die Comdirect* und die ING* mit ihren Tagesgeldkonten können für Sie eine Option sein.

  • Ihnen sind vor allem die kleinen Zusatzleistungen rund ums Unterkonto wichtig, wie etwa Wechselgeld-Sparen? Dann kommen etwa N26* und die Comdirect* für Sie infrage.

➽ In allen Fällen kommt es aber am Ende immer auch auf ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis an. Überlegen Sie sich daher genau, welche Funktionen Ihnen wichtig sind und was Sie dafür zu zahlen bereit sind.

Weitere Fragen zum Thema

Anbieter wie Moneyou und Rabodirect haben Unterkonten zum Tagesgeldkonto erst so richtig etabliert. Leider sind beide inzwischen vom deutschen Markt verschwunden. Die niederländische NIBC bietet unseres Wissens noch die Möglichkeit, ein Tagesgeldkonto mit Unterkonten zu eröffnen.

Wenn Sie für verschiedene Zwecke sparen wollen, können Sie aber auch auf eine Alternative zurückgreifen: Über Anbieter wie Weltsparen und Zinspilot können Sie ein Anlagekonto eröffnen und bei verschiedenen europäischen Banken in Tagesgeld und auch Festgeld anlegen und sich so je die besten Zinsen sichern. Einziger Nachteil: Ihr Geld ist nicht ganz so schnell verfügbar wie bei Unterkonten. Dafür dürfen Sie aber auch eine größere Rendite erwarten.

Vor allem Fintechs sind es, die Unterkonten als Standard etabliert haben. Leider bieten aber gerade sie oft keine Gemeinschaftskonten an. Eine Ausnahme stellt Tomorrow* dar, das mit dem Together-Konto ein Partnerkonto mit bis zu 5 Unterkonten anbietet – allerdings ohne eigene IBAN.

Bei den Direktbanken werden Sie am ehesten bei der Norisbank* fündig. Wenn Ihnen ein Unterkonto, zum Beispiel ein Tagesgeldkonto, genügt, kommen aber auch die ING* und die Comdirect* infrage.

* Bei Links, die mit einem Sternchen markiert sind, handelt es sich um Werbelinks. Wenn Sie darüber ein Girokonto beantragen oder abschließen, erhalten wir vom jeweiligen Anbieter eine kleine Vergütung. Diese Provision hat keinen Einfluss auf die Kosten Ihres Kontos.

Franziska Händschel Finanzredakteurin Banking & Finanzierung

Franziska Händschel ist seit 2013 als Finanzredakteurin tätig. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst als Online-Redakteurin und Übersetzerin für ein auf Edelmetallinvestments spezialisiertes Newsportal. Ab 2015 war sie als Online-Finanzredakteurin und später Leiterin der Finanzredaktion für das Vergleichsportal CHECK24 tätig. Ihre berufliche Leidenschaft gilt den klassischen Verbraucherfinanzprodukten vom Girokonto bis zur Baufinanzierung. Seit 2020 berichtet Franziska Händschel für finanzvergleich.com über ebendiese Bankprodukte sowie Trends im Finanzwesen.

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