Finanzen optimieren in 7 Schritten

Finanzen im Studium im Griff behalten

Finanzen optimieren in 7 Schritten

Wenig Geld ist im Studium normal, chaotische Finanzen müssen es nicht sein. Wir zeigen Dir, woher das Geld kommt, was bei Engpässen hilft und welches Konto sich eignet, wenn Du mit Partner oder WG zusammenziehst.

Das Geld im Studium ist selten nur zu wenig, es kommt vor allem unregelmäßig. BAföG fließt monatlich, der Nebenjob schwankt mit den Klausurphasen, und dann stehen Semesterbeitrag, Kaution oder eine Reparatur auf einmal im Raum. Wer weiß, welche Einnahmen es gibt und wie er kurze Engpässe überbrückt, spart sich teure Notlösungen.

Typische Geldsorgen im Studium
  • Die Miete frisst den größten Teil der Einnahmen

  • Der Semesterbeitrag kommt zweimal im Jahr auf einen Schlag

  • Der Nebenjob lässt sich in Klausurphasen kaum aufrechterhalten

  • Größere Anschaffungen wie Laptop oder Kaution fallen unvorbereitet an

  • Beim Zusammenziehen ist unklar, wer welche Kosten trägt

Woher das Geld im Studium kommt

In den meisten Fällen setzt sich das Budget aus mehreren Quellen zusammen. Bevor Du über einen Kredit nachdenkst, lohnt sich ein Blick auf diese vier Möglichkeiten.

Wenn das Geld vor dem Monatsende ausgeht

Für kurze Engpässe gibt es die Überziehungsoption, umgangssprachlich Dispo. Du darfst Dein Konto bis zu einem festgelegten Rahmen ins Minus führen und zahlst Zinsen für die Tage, an denen Du ihn tatsächlich nutzt. Eingeräumt wird der Rahmen nur bei regelmäßigem Geldeingang, viele Banken bieten ihn Studierenden deshalb gar nicht oder nur in kleiner Höhe an.

Der Dispo ist bequem und teuer zugleich. Die Zinssätze liegen meist im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich und damit weit über jedem Ratenkredit. Als Brücke über zwei Wochen ist das vertretbar, als Dauerzustand nicht.

So bleibt der Dispo bezahlbar
  • Nur für kurze Zeiträume nutzen, nicht als zweites Einkommen

  • Den Rahmen bewusst niedrig ansetzen, das begrenzt die Versuchung

  • Bei dauerhaftem Minus auf einen Ratenkredit umschulden, der deutlich günstiger ist

  • Vor der Kontoeröffnung den Dispozins vergleichen, er unterscheidet sich stark

Zusammenziehen: das erste gemeinsame Konto

Sobald Miete, Strom, Internet und Einkäufe zu zweit laufen, wird das ständige Hin- und Herüberweisen lästig. Ein gemeinsames Konto nimmt euch diese Rechnerei ab. Dafür gibt es mehrere Modelle, und sie unterscheiden sich deutlich.

Am verbreitetsten ist das Oder-Konto: Beide sind gleichberechtigte Kontoinhaber und können unabhängig voneinander verfügen. Das ist praktisch, bedeutet aber auch, dass beide für den Saldo haften, unabhängig davon, wer das Geld ausgegeben hat.

Modell So funktioniert es Passt, wenn
Oder-Konto Beide sind Inhaber und verfügen allein über das Konto Ihr euch vertraut und den Alltag unkompliziert regeln wollt
Und-Konto Jede Verfügung braucht die Zustimmung beider Es um größere Beträge geht, etwa eine gemeinsame Rücklage
Drei-Konten-Modell Zwei Einzelkonten plus ein gemeinsames für Fixkosten Ihr finanzielle Eigenständigkeit behalten wollt
Geteiltes Unterkonto Digitaler Topf ohne eigene IBAN, meist in der Banking-App Ihr für ein Ziel spart, etwa Urlaub oder Möbel

Für die meisten Paare, die zum ersten Mal zusammenziehen, ist das Drei-Konten-Modell der beste Kompromiss: Fixkosten laufen gemeinsam, alles andere bleibt getrennt.

Zwei digitale Anbieter im Blick

Beide führen das Gemeinschaftskonto vollständig in der App und verlangen dafür keine gesonderte Gebühr. Prüfe die Konditionen vor der Eröffnung direkt beim Anbieter, sie können sich ändern.

N26 Gemeinschaftskonto

Digitales Oder-Konto für genau zwei Personen mit eigener IBAN.

  • Beide sind gleichberechtigte Kontoinhaber

  • Beide brauchen vorab ein eigenes N26 Konto im selben Land

  • Die Debitkarte lässt sich zwischen Einzel- und Gemeinschaftskonto umschalten

  • Ausgaben sind in der App nach Person auswertbar

DKB Girokonto als Gemeinschaftskonto

Das reguläre Girokonto, wahlweise mit zwei Kontoinhabern.

  • Auch für WGs mit zwei Personen gedacht

  • Ohne Grundgebühr für alle unter 28 Jahren

  • Danach ohne Grundgebühr ab einem monatlichen Geldeingang

  • Visa Debitkarte, Apple Pay und Google Pay inklusive

Vorsicht bei der Haftung

Bei einem Oder-Konto haften beide Inhaber gesamtschuldnerisch. Rutscht das Konto ins Minus, kann die Bank den vollen Betrag von einer Person verlangen, auch wenn die andere ihn verursacht hat. Das gilt genauso für einen eingeräumten Dispo.

Deshalb sollten auf ein gemeinsames Konto nur die gemeinsamen Fixkosten laufen, und der Überziehungsrahmen sollte klein bleiben oder ganz entfallen.

Fazit: Struktur schlägt Sparen

Im Studium lässt sich das Budget nur begrenzt vergrößern, aber gut ordnen. Alle Einnahmequellen prüfen, den Dispo als kurze Brücke statt als Dauerlösung behandeln und beim Zusammenziehen ein Modell wählen, das Fixkosten bündelt und den Rest getrennt lässt. Damit sind die häufigsten Geldsorgen im Studium weitgehend entschärft.

Häufige Fragen zu Finanzen im Studium 

Nur bei regelmäßigem Geldeingang, und häufig in geringerer Höhe als bei Berufstätigen. Manche Banken räumen Studierenden gar keinen Rahmen ein. BAföG oder ein Nebenjobgehalt können als Geldeingang zählen.

Beim Oder-Konto kann jeder Inhaber allein über das Guthaben verfügen. Beim Und-Konto müssen beide gemeinsam zustimmen, was sicherer, im Alltag aber unpraktisch ist.

Jeder Inhaber kann die Umwandlung in ein Und-Konto verlangen oder kündigen. Ein bestehendes Minus bleibt bestehen, und die Bank kann es von jedem der beiden einfordern. Regelt den Ausgleich deshalb schriftlich.

Das Konto selbst wird wie ein Einzelkonto eingetragen. Problematisch wird es, wenn das gemeinsame Konto dauerhaft überzogen wird, denn das wirkt sich auf beide Inhaber aus.

Ein solcher Service prüft regelmäßig, ob ein günstigerer Tarif verfügbar ist, und stößt – nach Deiner Freigabe – einen Wechsel an. Das spart Dir die manuelle Kontrolle. Achte vorab auf Umfang, Bedingungen und mögliche Kosten des jeweiligen Angebots.