Finanzen im Studium im Griff behalten
Wenig Geld ist im Studium normal, chaotische Finanzen müssen es nicht sein. Wir zeigen Dir, woher das Geld kommt, was bei Engpässen hilft und welches Konto sich eignet, wenn Du mit Partner oder WG zusammenziehst.
Das Geld im Studium ist selten nur zu wenig, es kommt vor allem unregelmäßig. BAföG fließt monatlich, der Nebenjob schwankt mit den Klausurphasen, und dann stehen Semesterbeitrag, Kaution oder eine Reparatur auf einmal im Raum. Wer weiß, welche Einnahmen es gibt und wie er kurze Engpässe überbrückt, spart sich teure Notlösungen.
Typische Geldsorgen im Studium
Woher das Geld im Studium kommt
In den meisten Fällen setzt sich das Budget aus mehreren Quellen zusammen. Bevor Du über einen Kredit nachdenkst, lohnt sich ein Blick auf diese vier Möglichkeiten.
Wenn das Geld vor dem Monatsende ausgeht
Für kurze Engpässe gibt es die Überziehungsoption, umgangssprachlich Dispo. Du darfst Dein Konto bis zu einem festgelegten Rahmen ins Minus führen und zahlst Zinsen für die Tage, an denen Du ihn tatsächlich nutzt. Eingeräumt wird der Rahmen nur bei regelmäßigem Geldeingang, viele Banken bieten ihn Studierenden deshalb gar nicht oder nur in kleiner Höhe an.
Der Dispo ist bequem und teuer zugleich. Die Zinssätze liegen meist im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich und damit weit über jedem Ratenkredit. Als Brücke über zwei Wochen ist das vertretbar, als Dauerzustand nicht.
So bleibt der Dispo bezahlbar
Zusammenziehen: das erste gemeinsame Konto
Sobald Miete, Strom, Internet und Einkäufe zu zweit laufen, wird das ständige Hin- und Herüberweisen lästig. Ein gemeinsames Konto nimmt euch diese Rechnerei ab. Dafür gibt es mehrere Modelle, und sie unterscheiden sich deutlich.
Am verbreitetsten ist das Oder-Konto: Beide sind gleichberechtigte Kontoinhaber und können unabhängig voneinander verfügen. Das ist praktisch, bedeutet aber auch, dass beide für den Saldo haften, unabhängig davon, wer das Geld ausgegeben hat.
| Modell | So funktioniert es | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Oder-Konto | Beide sind Inhaber und verfügen allein über das Konto | Ihr euch vertraut und den Alltag unkompliziert regeln wollt |
| Und-Konto | Jede Verfügung braucht die Zustimmung beider | Es um größere Beträge geht, etwa eine gemeinsame Rücklage |
| Drei-Konten-Modell | Zwei Einzelkonten plus ein gemeinsames für Fixkosten | Ihr finanzielle Eigenständigkeit behalten wollt |
| Geteiltes Unterkonto | Digitaler Topf ohne eigene IBAN, meist in der Banking-App | Ihr für ein Ziel spart, etwa Urlaub oder Möbel |
Für die meisten Paare, die zum ersten Mal zusammenziehen, ist das Drei-Konten-Modell der beste Kompromiss: Fixkosten laufen gemeinsam, alles andere bleibt getrennt.
Zwei digitale Anbieter im Blick
Beide führen das Gemeinschaftskonto vollständig in der App und verlangen dafür keine gesonderte Gebühr. Prüfe die Konditionen vor der Eröffnung direkt beim Anbieter, sie können sich ändern.
Fazit: Struktur schlägt Sparen
Im Studium lässt sich das Budget nur begrenzt vergrößern, aber gut ordnen. Alle Einnahmequellen prüfen, den Dispo als kurze Brücke statt als Dauerlösung behandeln und beim Zusammenziehen ein Modell wählen, das Fixkosten bündelt und den Rest getrennt lässt. Damit sind die häufigsten Geldsorgen im Studium weitgehend entschärft.