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Wie funktioniert das neue SCHUFA-Scoring?

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Das neue SCHUFA-Scoring bringt mehr Transparenz: Dein Score basiert jetzt auf klaren Kriterien, die Du besser nachvollziehen kannst. Erfahre hier, wie der SCHUFA-Score berechnet wird und welche Faktoren Deine Bonität beeinflussen.

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Was ist das neue SCHUFA-Scoring?

Seit dem 17. März 2026 hat die SCHUFA ihr System grundlegend reformiert. Statt hunderter undurchsichtiger Faktoren entscheiden nun nur noch 12 klar definierte Kriterien über Deine Bonität. Ziel ist eine vollständige Transparenz: Jeder Verbraucher soll seinen Score (jetzt auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten) selbst nachrechnen können.

Tibor Bauer

Schufa Experte, Gründer und GF von areté | Coaching & Vision, auch bekannt als Mr. Schuldenfrei
anlässlich der größten Score-Änderung im 98jährigen Bestehen der SCHUFA Holding AG

Das neue Schufa-Scoring-Modell ist bereits Realität und bringt mehr Transparenz, stößt aber auch auf Unverständnis. Besonders dort, wo moderne Lebensrealitäten nicht ausreichend berücksichtigt werden – etwa bei häufigen Wohnortwechseln, die heute oft normal sind und nicht zwingend für finanzielle Instabilität stehen.

Trotz dieser Kritik bleibt die Schufa ein zentraler Bestandteil unseres Wirtschaftssystems. Sie schafft Vertrauen und ermöglicht viele alltägliche Entscheidungen. Umso wichtiger ist es, das Modell so weiterzuentwickeln, dass es die Realität der Menschen besser abbildet und fair bleibt.”

Die 12 neuen Regeln für Deinen SCHUFA-Score

Hier ist die Übersicht der Faktoren, die ab sofort darüber entscheiden, ob Du einen Kredit, einen Handyvertrag oder eine Wohnung bekommst:

  • Zahlungsstörungen Der wichtigste Faktor. Offene, unbestrittene Forderungen sind der größte “Score-Killer”. Sobald sie erledigt sind, steigt der Score wieder – allerdings erreicht man die volle Punktzahl nur ohne jegliche Störungen.

  • Alter des ältesten Bankvertrags Treue zahlt sich aus. Ein Girokonto, das Du seit 10 oder 20 Jahren führst, signalisiert Stabilität und wirkt sich positiv aus.

  • Alter der ältesten Kreditkarte Ähnlich wie beim Bankvertrag: Je länger Du eine Kreditkarte besitzt und verantwortungsvoll nutzt, desto besser für Deine Bewertung.

  • Alter der aktuellen Adresse Häufige Umzüge können statistisch mit einem höheren Ausfallrisiko korreliert sein. Wer lange an einem Ort wohnt (“Sesshaftigkeit”), sammelt Pluspunkte.

  • Alter des jüngsten Rahmenkredits Ein neu eingerichteter Rahmenkredit kann den Score kurzfristig belasten. Nach zwei Jahren ist es so, als wenn Du kein Rahmenkredit hättest.

  • Anfragen & Abschlüsse (Bankenbereich) Hier werden Anfragen für Girokonten und Kreditkarten der letzten 12 Monate gebündelt. Mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen werden jetzt fairerweise nur noch als ein einziger Vorgang gewertet.

  • Anfragen außerhalb des Bankenbereichs Hierzu zählen Anfragen von Telekommunikationsanbietern oder dem Online-Handel (z. B. Kauf auf Rechnung). Kurz gesagt: Bonitätsabfragen. Zu viele Anfragen in kurzer Zeit können den Score drücken. Allerdings gilt auch hier die 28 Tage Regelung.

  • Aufgenommene Ratenkredite Die Anzahl der Kredite, die Du in den letzten 12 Monaten aufgenommen hast. Ein neuer Kredit sorgt oft für ein kurzes Absinken des Scores, das sich bei pünktlicher Rückzahlung wieder stabilisiert.

  • Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite Kredite mit sehr langen Restlaufzeiten (über 6 Jahre) werden kritischer gesehen als Kredite, die bald abbezahlt sind. Kürzer die Restlaufzeit umso höher die zu vergebenden Punkt für Dein Score.

  • Kreditstatus (Laufende Kredite) Einfache Bewertung: Kein Kredit – Standardpunkte, laufender Kredit – 0 Punkte, problemlos abbezahlter Kredit – 10 Extrapunkte für 3 Jahre.

  • Immobilienkredite Das Vorhandensein eines Immobilienkredits wirkt score-verbessernd, da Banken hierfür bereits eine sehr tiefgehende Prüfung Deiner Bonität vorgenommen haben.

  • Identitätsprüfung Die wohl einfachste Form um Punkte zu bekommen. Hast Du auch nur ein Girokonto angegeben, ist Deine Identitätsprüfung durch. Diese Punkte bleiben Dir ein Leben lang.

Die neuen Score-Klassen im Überblick

Anstatt der alten Prozentwerte (0–100%) nutzt die Schufa nun ein Punktesystem. Je höher die Punktzahl, desto besser

  • Hervorragend: 776 bis 999 Punkte
  • Gut: 709 bis 775 Punkte
  • Akzeptabel: 642 bis 708 Punkte
  • Ausreichend: 100 bis 641 Punkte
  • Ungenügend: Kein Score (bei aktiven, harten Negativmerkmalen)

Wichtige Neuerung für Dich

Du kannst Deinen neuen Score ab sofort kostenlos und digital in Deinem Schufa-Account einsehen. Dort gibt es ein Erklärtool, das Dir genau anzeigt, wie viele Punkte Du in jedem der 12 Kriterien erreicht hast.
Wichtig zu wissen, dass die Banken eine Übergangsfrist bis Ende 2028 haben, um ihre internen Systeme vollständig auf diesen neuen Score umzustellen. In der Zwischenzeit können also noch alte Scoring-Modelle bei Kreditentscheidungen eine Rolle spielen.

Häufige Fragen zum SCHUFA Score

Die Reform ist die Reaktion auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und den Druck deutscher Datenschützer. Das alte System war eine „Blackbox“. Mit den 12 festen Kriterien muss die Schufa nun offenlegen, wie genau ein Score zustande kommt, damit Verbraucher ihre Bewertung nachvollziehen und gezielt verbessern können.

Die Datenbasis bleibt weitgehend gleich, aber die Gewichtung hat sich geändert. Die Speicherdauer von Restschuldbefreiungen nach einer Insolvenz wurde bereits von drei Jahren auf sechs Monate verkürzt. Andere Merkmale wie erledigte Kredite werden weiterhin nach drei Jahren gelöscht, beeinflussen den neuen Score aber transparenter.
Ja, das ist möglich. Die Schufa stellt in ihrem Online-Portal einen Simulator und eine detaillierte Aufschlüsselung der 12 Kriterien bereit. Du siehst für jedes Kriterium eine Punktzahl. Die Summe dieser Punkte (plus ein Basiswert) ergibt deinen finalen Score zwischen 100 und 999. Zudem gibt es einige Experten (wie Mr. Schuldenfrei) die dir bei der Berechnung helfen können.
Nein. Kreditanfragen zählen nicht mehr in das neue Scoring Modell ein. Erst wenn du viele verschiedene Kreditarten anfragst oder mehrfach Girokonten eröffnest, sinkt die Punktzahl im Bereich „Anfragen & Abschlüsse“.
Weil pünktliche Zahlungen nur einen der Faktoren sind, die dein Score beeinflussen. Werte wie Altes eines Girokontos oder Wohnadresse haben wiederum nichts mit deiner Zahlungsmoral zu tun. Die Bonität wird nicht rein aus der Zahlungsmoral eines Menschen berechnet.
Die Schufa stellt den neuen Score zwar seit Anfang 2026 bereit, aber die Partner der Schufa haben eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2028. Viele Institute nutzen parallel noch alte Score-Modelle oder eigene interne Ratings. Ein guter neuer Schufa-Score ist also eine starke Basis, aber noch keine Garantie für eine Kreditzusage bei jeder Bank.

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