
„Die ertragreichste Mittagspause des Jahres.“

Auf deutschen Geschäftskonten liegen Milliarden ohne nennenswerte Verzinsung. Im Interview erklärt Fabian Mohr, CEO von UnitPlus, wie modernes Cash Management funktioniert, wie schnell das Onboarding gelingt und warum er wenig von befristeten Aktionszinsen hält.
Zuletzt aktualisiert:
Wenn Sie mit Geschäftsführern über ihre Firmenliquidität sprechen: Woran liegt es Ihrer Erfahrung nach, dass das Geld unverzinst auf dem Geschäftskonto liegen bleibt?
Häufig sind es banale Gründe wie Trägheit und mangelnde Zeit. Viele Unternehmen wissen auch einfach nicht, dass es heutzutage einfache, aber wirkungsstarke Lösungen gibt, die es ermöglichen mehr Zinserträge zu erwirtschaften. In einem modernen CFO-Cockpit gehört für mich das Thema Cash Management heutzutage dazu, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das schöne dabei ist, dass das Thema deutlich einfacher und zeitschonender ist, als man denkt.
Über welche Größenordnung reden wir dabei? Was geht einem Unternehmen im Laufe eines Jahres verloren, wenn es nichts tut?
Allein auf Giro- und Tagesgeldkonten liegen bei mittelständischen Unternehmen über 600€ Milliarden, ein unglaublich hohes verschenktes Potential an Zinserträgen. Gleichzeitig wird das hart erarbeitete Geld durch die Inflation weniger Wert. Insgesamt lässt sich der deutsche Mittelstand über 10€ Milliarden an Zinseinnahmen entgehen und das jährlich.
Wenn wir von der Makro- auf die Mikroebene gehen, dann lässt sich ein Unternehmen mit 1€ Millionen an Liquidität auf dem Girokonto aktuell über 25.000€ an Zinsertrag entgehen. Viel Geld, für sehr wenig Arbeit.
Wie funktioniert UnitPlus Business, kurz erklärt für jemanden, der zum ersten Mal davon hört?
UnitPlus Business hat sich zum Ziel gesetzt, dass Unternehmen aus allen Industrien und Größen Firmenliquidität genauso rentabel, sicher und flexibel, wie die größten Unternehmen der Welt parken können. Dafür eröffnet man bei UnitPlus Busienss ein Firmendepot und legt die Gelder anschließend am institutionellen Geld- und Anleihemarkt an. Das schöne dabei ist, dass UnitPlus Busienss dabei ohne wirkliche Mehraufwand genutzt werden kann. Das Onboardign dauert nur 20 Minuten und die jährliche Zeit für die Nutzung liegt bei deutlich unter einer Stunde. Über Schnittstellen sind wir gleichzeitig direkt mit Unternehmen wie DATEV verbunden, was die ganze Buchhaltung ebenfalls sehr einfach gestaltet. Ich sage immer, die Einrichtung und Nutzung von UnitPlus Business dauert im Jahr so lange wie ein Mittagessen. Wahrscheinlich ist es das Mittagessen mit dem höchsten ROI in der Firma.
Wo genau liegt das Geld der Unternehmen und wie ist es strukturiert?
Wir arbeiten aktuell mit drei Partnern zusammen, nämlich Goldman Sachs Asset Management, der BNP Paribas und der DWS. Die Gelder werden über diese Partner institutionell gemangt und erzielen die entsprechenden Erträge. Mit UnitPlus Cash, UnitPlus Tagesgeld und UnitPlus Festgeld kann jedes Unternehmen so seine optimale Zinsleiter aufbauen. Dadurch, dass es eine dauerhafte Korrelation am und leicht über dem EZB-Einlagenzinssatz gibt, entfällt damit auch das müßige Vergleichen von Bankkdonditione, Lockangebote und befristete Angebote.
Das Onboarding dauert bei Ihnen rund 20 Minuten. Was passiert in dieser Zeit und welche Unterlagen sollte man bereithalten?
Genau, wir haben das Onboarding ganz neu aufgebaut und es so entwickelt, dass man in der Regel nur 20 Minuten als Unternehmen dafür benötigt. Letzlich sind es drei Schritte: Erstens: Man gibt Informationen zum Unternehmen ein. Zweitens: Eine Vertretungsberechtigte Person führt eine Videolegitimation durch. Drittens: Man bestätigt die AGBS und lädt einen Nachweis der Mittelherkunft (beispielsweise den letzten Jahresabschluss) hoch. Alle weiteren Dokumente wie Handels- und Transparenzregister sowie die Prüfungen machen wir automatisch im Hintergrund. Dadurch kann der Anmeldeprozess so zeitschonend ausgestaltet werden.
Sie sprechen von etwa 30 Minuten Aufwand pro Jahr. Wofür braucht man diese halbe Stunde und was übernehmen Sie im Hintergrund?
Das Kerngeschäft unserer Kunden ist es nicht, Zinsen zu erhalten. Vielmehr ist ein modernes Cash Management eine sehr sinnvolle Unterstützung, die Ertragsbasis weiter zu erhöhen. Daher haben wir das Produkt so entwickelt, dass der Aufwand in der Nutzung so gering ist. Wir übernehmen eigentlich alle Aufgaben, bis auf die Verbuchung und steuerliche Abführung. Durch eine Schnittstelle zu DATEV und eine eigene API wird aber auch das so zeitschonend wie möglich ermöglicht. Das Unternehmen bekommt alle wichtigen Informationen und Datenpunkte und führt dann am Jahresende die Steuern auf die realisierten Kapitalerträge ab. Das ist eigentlich der einzige Punkt, der mit geringem Arbeitsaufwand einherkommt.
Wie lässt sich das Ganze in der Buchhaltung abbilden? Viele Geschäftsführer denken bei so einem Thema sofort an Rückfragen vom Steuerberater.
Die Buchhaltung bekommt alle notwendigen Dokumente und kann die Daten auch über DATEV abfragen. Tatsächlich werden wir mittlerweile auch von vielen Steuerberatern und Kanzleien proaktiv empfohlen, weil ihre Mandanten viel Bargeld auf der Bank haben und hohe Zinserträge liegen lassen.
Ihre Verzinsung orientiert sich eng am EZB-Einlagenzinssatz. Warum haben haben Sie sich für diesen Ansatz entschieden und wie schnell schlägt eine Zinsänderung der EZB bei Ihren Kunden durch?
Unsere Kunden haben keine Lust auf Lockangebote und alle drei Monate die Bank zu wechseln. Vielmehr suchen sie eine langfristig stabile und attraktive Lösung. Genau da kommen wir ins Spiel. Eine Zinsänderung der EZB schlägt beim UnitPlus Tagesgeld unmittelbar zu Buche, während es bei den anderen Anlagevehikeln ein paar Wochen dauern kann. Wichtig ist, dass alles eng korreliert am Zinssatz der EZB ist und so die Gelder der Unternehmen dauerhaft optimiert werden.
Andere Anbieter locken mit befristeten Aktionszinsen. Warum ist eine dauerhaft verlässliche Verzinsung am Ende die bessere Wahl als das ständige Wechseln?
Wir kennen das fast alle, ob im Unternehmen oder als Privatperson. Letztlich hat man keine Lust nur kurzfristig attraktive Konditionen zu bekommen, die dann nach wenigen Monaten in deutlich weniger attraktivere Konditionen überlaufen. Einerseits ist der tatsächlich realisierte Zinsertrag dadurch über ein Jahr deutlich geringer und gleichzeitig fühlt man sich auch etwas an der Nase herumgeführt. Dann doch lieber eine dauerhaft attraktive Verzinsung ohne Lockangebot.
Wie schnell kommen Unternehmen an ihr Geld, wenn kurzfristig eine größere Zahlung ansteht?
Gelder können jederzeit vollumfänglich ausgezahlt werden. Dabei gibt es keine Auflagen und es fallen auch keine Transaktionskosten oder ähnliches an. Je nachdem in welchem Anlagevehikel die Gelder gepart sind, dauert es in der Regel 1 bis 3 Werktage.
Für welche Unternehmen eignet sich UnitPlus Business besonders und ab welcher Summe lohnt sich der Schritt überhaupt?
Wir können alle Unternehmenstypen von der klassischen GmbH über die AG bis zur Stiftung oboarden. Als Faustregel sage ich immer, dass eine solche Lösung ab einer Liquidität von 100.000€ Sinn macht. Der Aufwand von einer Stunde im Jahr steht dann im Verhältnis zu Netto über 2.200€ jährlichem Ertrag. Ein guter Stundenlohn.
Was würden Sie jemandem raten, der das Thema seit Monaten vor sich herschiebt? Was wäre der erste Schritt, am besten heute noch?
Da bleibe ich bei dem Motto von Nike: Just do it. 30 Minuten im Kalender blocken, durch das Onboarding gehen und anschließend jahrelang von attraktiven Zinsen profitieren. Die Profitabilität der Firma wird so ab dem ersten Tag der Nutzung gesteigert.
Danke für das Gespräch!