“Der effektive Jahreszins bildet im Gegensatz zum Sollzins die jährlichen Gesamtkosten eines Kredites ab.” So oder so ähnlich lesen sich die meisten Erklärungen im Netz, wenn es um den Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins geht. Tatsächlich ist an Aussagen wie diesen wenig dran.

Wir verraten Ihnen, worin sich effektiver Jahreszins und Sollzins wirklich unterscheiden. Erfahren Sie außerdem, wie Sie den Effektivzins selbst berechnen können und wie Sie die Kosten verschiedener Raten- oder Immobilienkredite am zuverlässigsten vergleichen.

Für Schnell-Leser

  • Der Sollzins ist der Preis, den die Bank als Gegenleistung für einen Kredit von Ihnen verlangt.

  • Der Effektivzins enthält neben dem Sollzins weitere, aber längst nicht alle Kosten, die mit einem Kredit auf Sie zukommen können.

  • Im Vergleich Sollzins vs. Effektivzins fällt der Effektivzins nahezu immer höher aus – auch ohne zusätzliche Kosten.

  • Für diesen Unterschied sorgt der Zinseszinseffekt. Er hat für Sie als Kreditnehmer aber keine Mehrkosten zur Folge.

  • Sowohl Sollzins als auch Effektivzins sind damit nur bedingt für den Vergleich von Raten- oder Immobilienkrediten geeignet.

  • Wir empfehlen Ihnen, beim Kreditvergleich nicht nur auf die Zinssätze zu achten.

  • Vergleichen Sie stattdessen die monatliche Rate und die Gesamtkosten sowie etwaige Einzelgebühren.

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Zinssatz Nummer 1

Der Sollzins (auch Nominalzins genannt)

Sollzins Definition:

Was ist der Sollzins?

Der Sollzinssatz ist der reine Kreditzins, den eine Bank als Gegenleistung dafür verlangt, dass sie Ihnen Geld leiht. Angegeben wird er in % p. a. – also als jährlich zu zahlender Prozentsatz des geschuldeten Betrags.

Häufig wird der Sollzins auch als Nominalzins bezeichnet. In Ihrem Kreditvertrag dürften Sie allerdings nur den Begriff “Sollzins” wiederfinden. Das ist seit 2010 der gültige Rechtsbegriff.

Übrigens: Den Nominalzins gibt’s nicht nur beim Kredit

Anders als die Bezeichnung “Sollzins” findet sich der Begriff “Nominalzins” auch bei Sparverträgen wie Tages- oder Festgeldern. Dort steht er für die reine Guthabenverzinsung ohne etwaige Zinseszinsen.

Mit Zinsbindung oder ohne:

Worin unterscheiden sich gebundener Sollzins und veränderlicher Sollzins?

Das Gesetz kennt zwei Arten von Sollzinsen, die sich in der Dauer ihrer Gültigkeit unterscheiden:

  • Wird für die gesamte Vertragslaufzeit ein Sollzins bestimmt, so handelt es sich um einen gebundenen Sollzins (kurz geb. Sollzins). Dieser wird auch als fester Sollzins oder unveränderlicher Sollzins bezeichnet.

  • Passt sich der Sollzins flexibel an die Zinsentwicklung auf dem Markt an, so spricht man von einem veränderlichen Sollzins. Dieser wird auch variabler Sollzins oder ungebundener Sollzins genannt.

Bei Ratenkrediten ist der feste Sollzins Standard. Bei Immobilienfinanzierungen haben Sie mitunter die Wahl zwischen einem Darlehen mit Sollzinsbindung – also einem, bei dem der Zinssatz für mehrere Jahre oder auch Jahrzehnte gleich bleibt – und einem mit variabler Verzinsung.

Gut zu wissen: “Variabel” heißt nicht “beliebig”

Selbst bei einem variablen Darlehen gibt es streng genommen eine Zinsbindung. Veränderliche Sollzinsen werden nämlich nicht einfach so festgelegt, sondern orientieren sich stets an einem Referenzzinssatz.

Häufig hängen die Zinsen vom Drei-Monats-Euribor ab – einem Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander für die Dauer von 3 Monaten Geld leihen. Während dieser Zeit ändert sich der Kreditzins nicht. Das gilt entsprechend auch für den Zins des variablen Darlehens.

Eine Frage der Kreditwürdigkeit:

Was bedeuten bonitätsabhängiger Sollzins und bonitätsunabhängiger Sollzins?

Eine andere Unterscheidung betrifft die Frage, ob die Bank die Höhe der Zinsen von der Kreditwürdigkeit ihrer Kunden abhängig macht:

  • Legt die Bank den Sollzins individuell für jeden Kunden fest, so handelt es sich um einen bonitätsabhängigen Zinssatz. Wesentliche Faktoren, die die Höhe der Zinsen in dem Fall beeinflussen, sind das frei verfügbare Einkommen, der Schufa-Score oder auch zusätzliche Kreditsicherheiten – also alles, was man gemeinhin unter Kreditwürdigkeit versteht.

  • Zahlen alle Kunden für den gleichen Kredit bei derselben Bank einen einheitlichen Zinssatz, spricht man von einem bonitätsunabhängigen Sollzins. Einkommen, Schufa-Score und Kreditsicherheiten spielen zwar auch hier eine Rolle – nämlich für die Frage, ob ein Kreditnehmer den Kredit erhält. Diese Faktoren haben aber keinen Einfluss auf die Höhe des Zinssatzes.

Unterschied Sollzins Effektiver Jahreszins Kreditvergleich

Einen bonitätsabhängigen Zinssatz erkennen Sie oft an der Angabe einer Zinsspanne oder – wie hier am Beispiel der Postbank – an dem kleinen Wörtchen “ab” vor dem Zinssatz. © Postbank

Wichtig: Im Netz ist häufig auch die Formulierung “bonitätsunabhängiger Kredit” zu finden. Das ist in der Regel nur eine unscharfe Formulierung für “Kredit mit bonitätsunabhängigen Zinsen”. Die Bonität eines Kreditnehmers wird von deutschen Banken immer geprüft, ehe sie einen Kredit vergeben.

“2/3 aller Kunden erhalten …”: Der Zweidrittelzins ist nur bedingt hilfreich

Damit Sie Kredite mit bonitätsabhängigen Zinsen vergleichen können, müssen Banken per Gesetz den Zweidrittelzins angeben. Dieser sagt aus, welchen Zinssatz mindestens zwei Drittel der Kunden höchstens zahlen. Klingt kompliziert? Ist es auch.

Unser Rat: Verlassen Sie sich beim Kreditvergleich nicht auf Zinsspannen oder den Zweidrittelzins. Holen Sie stattdessen persönliche Kreditangebote ein und vergleichen Sie dann die Kosten. Nur so können Sie zuverlässig entscheiden, welcher Kredit für Sie der günstigste ist. Das Einholen eines auf Sie zugeschnittenen Kreditangebotes ist für Sie unverbindlich.

Lesetipp

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Risiken, Referenzzinsen & Zinsprognosen:

Wie wird der Sollzins berechnet?

Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die bei der Festlegung des Sollzinses eine Rolle spielen. Dazu gehören:

  • Das allgemeine Zinsniveau (Referenzzinssätze)
    Eine wichtige Berechnungsgrundlage sind Referenzzinssätze wie etwa der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) oder auch der oben erwähnte Euribor. Diese Zinssätze sagen aus, was die Bank selbst zahlen muss, wenn sie sich Geld bei den Notenbanken oder anderen Geschäftsbanken leiht. Damit sich der Kredit für die Bank auch lohnt, liegt der Kreditzins üblicherweise über dem Referenzzins.

  • Die voraussichtliche Entwicklung der Zinsen
    Banken orientieren sich aber nicht nur am aktuellen Zinsniveau. Sie treffen auch Annahmen über die weitere Zinsentwicklung am Markt. Gehen sie davon aus, dass die Zinsen im Allgemeinen bald steigen werden, erhöhen die Banken für gewöhnlich schon frühzeitig ihre Kreditzinsen.

  • Das Risiko für die Bank
    Banken gehen bei der Kreditvergabe zwangsläufig immer das Risiko ein, das Geld nicht zurückzuerhalten. Je größer dieses Risiko ist, desto höhere Sollzinsen verlangen die Institute als Ausgleich. Ein besonders hohes und sicheres Einkommen oder auch viel Eigenkapital bei der Baufinanzierung honorieren die Banken dagegen oft mit günstigeren Zinsen.

  • Zinsaufschläge für Sonderleistungen
    Gerade bei der Immobilienfinanzierung gibt es Leistungen, die schon im Sollzins eingepreist werden. Dazu gehört beispielsweise ein erweitertes Sondertilgungsrecht.

Zinssatz Nummer 2

Der effektive Jahreszins (kurz: Effektivzins)

Effektivzins Definition:

Was ist der effektive Jahreszins?

Über den effektiven Jahreszins wird gern gesagt, er bilde im Gegensatz zum Sollzins die jährlichen Gesamtkosten eines Kredites ab. Zusätzlich zum Sollzinssatz, so die geläufige Erklärung, beinhalte der jährliche Effektivzins auch alle sonstigen anfallenden Gebühren.

Beschreibungen wie diese sind aber aus zwei Gründen problematisch:

  • Erstens mag der Effektivzins zwar weitere Kosten abbilden, die zusätzlich zum Sollzins anfallen. Er enthält aber bei weitem nicht alle Gebühren, die mit einem Kredit auf Sie zukommen können.

  • Zweitens ist der Effektivzinssatz praktisch immer höher als der Sollzinssatz – auch dann, wenn Sie nur die Zinsen und wirklich nichts als die Zinsen für Ihren Kredit zahlen. Das fällt nur durch die Rundung der Zinssätze nicht immer auf.

Kurzgefasst: Daran erkennen Sie den effektiven Jahreszins

So wie der Sollzins wird auch der Effektivzins als Zins pro Jahr angegeben. Den effektiven Zinssatz erkennen Sie aber stets an der Abkürzung eff. in % eff. p. a.

Doch wenn die gängigen Erklärungen zum Effektivzins so nicht stimmen – wo liegt der Unterschied zwischen Soll- und Effektivzins denn dann? Genau dieser Frage gehen wir jetzt einmal auf den Grund.

Sollzins plus … :

Welche Kosten sind im Effektivzins enthalten? (Und welche nicht?)

In Verbindung mit einem Kredit können neben den Sollzinsen noch weitere Kosten entstehen (wohlgemerkt können). Doch nicht jeder Kostenpunkt muss zu jeder Zeit in den Effektivzins eingerechnet werden. 

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen, welche Kosten bei einem Ratenkredit und einer Baufinanzierung anfallen können und welche davon im Effektivzins enthalten sind:

Effektivzins beim Ratenkredit

Enthalten:

  • Sollzins

  • Kosten einer verpflichtenden Kreditabsicherung

  • vom Kunden zu tragende Vermittlungskosten

Nicht enthalten:

  • Kosten einer freiwilligen Kreditabsicherung

  • Gebühren für Ratenpausen oder Ratenänderungen

  • Gebühren für Sondertilgungen oder eine vorzeitige Gesamttilgung (Vorfälligkeitsentschädigung)

Effektivzins beim Immobilienkredit

Enthalten:

  • Sollzins

  • Kosten eines verpflichtenden Wertgutachtens

  • Abschlag auf den Auszahlungsbetrag (Disagio)

  • Kosten einer verpflichtenden Kreditabsicherung

  • vom Kunden zu tragende Vermittlungskosten

Nicht enthalten:

  • Bereitstellungszinsen

  • Kosten eines freiwilligen Wertgutachtens

  • Kosten einer freiwilligen Kreditabsicherung

  • Gebühren bei vorzeitiger Kündigung des Darlehens (Vorfälligkeitsentschädigung)

  • Gebühren für die Bestellung oder Abtretung sowie die spätere Löschung der Grundschuld

  • Notarkosten

Gut zu wissen: Banken dürfen für den Kreditabschluss keine Bearbeitungsgebühren verlangen

Im Netz findet sich ab und an noch die Info, im Effektivzins seien auch die Bearbeitungsgebühren der Banken enthalten. Das ist schon lange nicht mehr so. Der Bundesgerichtshof hat bereits 2014 entschieden, dass Banken für den Kreditabschluss keine Bearbeitungsgebühren verlangen dürfen. Der Aufwand, der für die Geldhäuser mit einem Kredit entsteht, ist nach Auffassung der Richter schon mit dem Sollzins abgegolten.

Es gibt also einige Gebühren, die weder der Sollzins noch der Effektivzins zuverlässig abbildet. Das hat im Wesentlichen zwei Ursachen:

  • Manche Leistungen sind freiwillig.
    Eine Restschuldversicherung beispielsweise ist nur dann offizieller Teil der Finanzierungskosten, wenn ohne sie kein Kredit zustande käme. Sichern Sie die Kreditrückzahlung auf eigenen Wunsch hin ab, muss die Bank die damit verbundenen Kosten nicht in den Effektivzins einrechnen. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Wertgutachten bei der Baufinanzierung.

  • Nicht alle Kosten stehen schon im Vorfeld fest.
    Ob Sie später einmal eine Ratenpause einlegen müssen oder Ihren Kredit schneller zurückzahlen können, kann bei Kreditabschluss keiner vorhersagen. Etwaige Gebühren kann die Bank daher gar nicht in den Effektivzins einrechnen. Ähnlich verhält es sich mit den Bereitstellungszinsen bei der Baufinanzierung: Wie lange Sie diese zahlen müssen, hängt vor allem vom Baufortschritt ab, auf den die Bank keinen Einfluss hat.

Wenn der Sollzins noch nicht feststeht: Problemfall Immobilienfinanzierung

Per Gesetz muss der effektive Jahreszins immer für die komplette Kreditlaufzeit angegeben werden – also bis zur vollständigen Tilgung des Darlehens. Was beim Ratenkredit unproblematisch ist, stößt bei der Baufinanzierung schnell an Grenzen: Hier vereinbaren Sie im Normalfall nämlich keine Laufzeit, sondern eine Sollzinsbindung. Endet diese, so haben Sie für gewöhnlich noch eine Restschuld offen, die Sie neu finanzieren müssen.

Das Problem daran: Wie die Sollzinsen dieser Anschlussfinanzierung aussehen werden, kann heute keiner sagen – auch die Bank nicht. Sie muss aber eine Angabe dazu machen und rechnet daher mit den aktuellen Konditionen weiter. Doch dass diese Zinsen auch 5, 10, 20 oder gar 30 Jahre später noch aktuell sind, ist höchst unwahrscheinlich. Da lässt sich zurecht hinterfragen, welche Aussagekraft der Effektivzins bei der Baufinanzierung eigentlich hat.

Sie sehen: Wenn Sie zuverlässig alle Kosten eines Raten- oder Immobilienkredites überblicken und verschiedene Finanzierungen miteinander vergleichen wollen, reicht auch der Effektivzins nicht aus. Ganz im Gegenteil: Er kann sogar in die Irre führen, wie wir gleich sehen werden.

Auch ohne Zusatzkosten:

Warum ist der Effektivzins höher als der Sollzins?

Die oben genannten Gebühren können ein Grund dafür sein, dass der effektive Jahreszins höher ausfällt als der Sollzins. Doch nicht bei jedem Kredit entstehen Ihnen weitere Kosten – tatsächlich sind beim Ratenkredit die Sollzinsen oft einziger Kostenpunkt. Trotzdem liegt der Effektivzins auch in dem Fall praktisch immer über dem Sollzins. Das fällt nur nicht immer auf, weil die Zinssätze standardmäßig auf zwei Nachkommastellen gerundet werden.

Der Grund für diesen Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins ist die Tatsache, dass die Kreditzinsen pro Jahr festgelegt werden, Sie die Zinsen aber pro Monat zahlen. Die Folge: Es tritt, zumindest theoretisch, ein Zinseszinseffekt ein. Und das, obwohl Sie als Kreditnehmer gar keine Zinseszinsen zahlen.

Unterschied Sollzins Effektiver Jahreszins Kreditvergleich

Beim Ratenkredit fällt der Effektivzins immer höher aus als der Sollzins. Bild: Auszug aus dem Kreditvergleich von finanzvergleich.com

Der Zinseszinseffekt erhöht den Effektivzins

Um die Logik dahinter zu verstehen, betrachten wir das Ganze am besten einmal aus der Perspektive der Bank:

Die Bank bekommt jeden Monat Zinsen von Ihnen. Nehmen wir nun an, sie nimmt diese Einnahmen und gewährt damit einem anderen Kunden einen Kredit zum selben Sollzins. In dem Fall erwirtschaftet die Bank mit den von Ihnen gezahlten Zinsen erneut Zinsen, kurz Zinseszinsen.

Die Bank verdient also nicht nur das, was Sie an Zinsen zahlen. Sie generiert darüber hinaus Einnahmen, die mit Ihnen eigentlich nichts mehr zu tun haben. Und die sind der wahre Grund für den Unterschied zwischen Soll- und Effektivzins.

Kurios? Es wird noch kurioser.

Der Effektivzins sagt wenig über die eigentlichen Kreditkosten aus

Durch den Zinseszinseffekt fällt der Effektivzins umso höher aus, je häufiger Sie Ihre Raten zahlen. Bei monatlicher Tilgung ist er höher als bei vierteljährlicher, bei vierteljährlicher höher als bei halbjährlicher. Nur bei jährlicher Ratenzahlung sind Soll- und Effektivzins identisch.

Es scheint also ganz so, als würden Sie durch die monatliche Ratenzahlung benachteiligt. Tatsächlich sind Ihre Kreditkosten umso niedriger, je häufiger Sie Ihre Raten zahlen. Denn: Sie zahlen ja monatlich nicht nur Zinsen an die Bank. Sie tilgen auch einen Teil Ihres Kredites.

Unterschied Sollzins vs. Effektivzins: Beispiel

Annahmen: 20.000 Euro Kreditbetrag | 84 Monate Laufzeit | 3,00 % p. a. gebundener Sollzins

Jährliche
Ratenzahlung

Effektiver Jahreszins:

3,00 %

Gesamte Zinskosten:

2.470,89 €

Halbjährliche
Ratenzahlung

Effektiver Jahreszins:

3,02 %

Gesamte Zinskosten:

2.322,53 €

Vierteljährliche
Ratenzahlung

Effektiver Jahreszins:

3,03 %

Gesamte Zinskosten:

2.248,08 €

Monatliche
Ratenzahlung

Effektiver Jahreszins:

3,04 %

Gesamte Zinskosten:

2.198,34 €

➽ je kürzer das Ratenintervall, desto höher der effektive Jahreszins, aber desto niedriger zugleich die Gesamtkosten

Info Effektivzins Unterschied Sollzins

Auf den Punkt gebracht:

Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass der Effektivzins praktisch immer höher ausfällt als der Sollzins. Für Sie als Kreditnehmer spielt das aber keine Rolle. Denn Sie zahlen keine Zinseszinsen für Ihren Kredit. Der effektive Jahreszins ist damit nur bedingt aussagekräftig.

Uniform-Methode, PAngV & Co.:

Wie wird der Effektivzins berechnet?

Sie ahnen es vielleicht schon: Den effektiven Jahreszins aus dem Sollzins zu berechnen, ist alles andere als einfach. Da ist die sinkende Restschuld auf der einen Seite, der Zinseszinseffekt auf der anderen. Noch schwieriger wird es, wenn Sie den Sollzins aus dem Effektivzins berechnen wollen. In dem Fall sind komplexe, iterative Rechnungen nötig, die wir hier gar nicht abbilden können.

Was wir Ihnen stattdessen bieten können, ist ein simpler Rechner für Excel, der diese komplizierten Berechnungen für Sie erledigt. Mit nur wenigen Angaben ermittelt er Ihnen den Effektivzins aus Ihrem Sollzins und umgekehrt. Das gilt auch für Kredite zum Minuszins.

Unterschied Sollzins Effektivzins berechnen mit Excel

Unterschied Sollzins & Effektivzins berechnen mit Excel

Mit unserem kostenlosen Effektivzinsrechner für Excel ermitteln Sie in kürzester Zeit Ihren effektiven Jahreszins aus Ihrem Sollzins – ganz gleich, ob Sie Ihren Kredit in monatlichen, vierteljährlichen, halbjährlichen oder jährlichen Raten zurückzahlen.

Auch die umgekehrte Rechnung vom Effektivzins hin zum Sollzins ist mit dem Rechner möglich.

Effektivzins berechnen mit Excel – jetzt kostenlos herunterladen »

Einfach, aber wenig zuverlässig: die Uniform-Methode

Mit der Uniform-Methode können Sie näherungsweise den Effektivzins bestimmen, sofern Sie die Gesamtkosten Ihres Kredites bereits kennen.

Effektiver Jahreszinssatz = (Kreditkosten / Nettodarlehensbetrag) * [24 / (Laufzeit in Monaten +1)]

Allerdings: Das Ergebnis weicht mitunter deutlich vom tatsächlichen Effektivzins eines Kredites ab. Denn die Banken selbst arbeiten nicht mit dieser Effektivzins-Formel, sondern richten sich nach den rechtlichen Vorgaben der Preisangabenverordnung, kurz PAngV.

Tipps für den Kreditvergleich

Fazit: Bei der Suche nach einem Kredit sollten Sie nicht nur auf die Zinssätze achten

“Der effektive Jahreszins beinhaltet neben dem Sollzins alle weiteren anfallenden Kosten eines Kredites.”
“Im Gegensatz zum Sollzins bildet der Effektivzins die tatsächlichen Kosten eines Kredites ab.”
“Im jährlichen Effektivzins sind auch alle Nebenkosten enthalten.”
“Nur der effektive Jahreszins eignet sich für einen Kreditvergleich.”

Wenn man Formulierungen wie diese liest, dann scheint der Unterschied zwischen Sollzins und effektivem Jahreszins klar. Doch diese Erklärungen greifen schlichtweg zu kurz. Denn weder beinhaltet der Effektivzinssatz alle Kosten eines Darlehens, noch wird seine Höhe allein durch Kosten bestimmt.

Unser Rat lautet daher:

Achten Sie beim Kreditvergleich nicht nur auf die Zinssätze, sondern nehmen Sie immer auch andere Richtwerte in den Blick – angefangen bei der monatlichen Rate über den Gesamtbetrag bis hin zu Einzelgebühren etwa für Sondertilgungen. Nur so können Sie zu 100 % sicherstellen, alle Kosten eines Kredites zu überblicken und am Ende das für Sie günstigste Darlehen zu finden.

Statt Sollzins und Effektivzins:

Worauf Sie beim Kreditvergleich wirklich achten sollten

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Weitere Fragen zum Thema Kreditzinsen

Was als guter und was als schlechter Effektivzins gewertet werden kann, hängt von einigen Faktoren ab. Dazu gehört zum Beispiel das aktuelle Zinsniveau. Aber auch Ihre persönlichen finanziellen Verhältnisse sind entscheidend.

Eine pauschale Antwort gibt es also nicht. Man könnte aber sagen: Ein guter effektiver Jahreszins ist einer, der sowohl gemessen am aktuellen Zinsniveau als auch im Vergleich mit anderen auf Sie zugeschnittenen Kreditangeboten besonders günstig ausfällt.

Wenn Sie sich einen Überblick über die aktuell üblichen Zinsen verschaffen wollen, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unseren Kreditvergleich bzw. unseren Baufinanzierungsvergleich.

Ein Bausparvertrag als Kombination aus Spar- und Kreditvertrag ist ein echter Sonderfall. Und das wirkt sich auch auf die Berechnung des effektiven Jahreszinses aus. Da die Kredithöhe bei Abschluss des Vertrags noch nicht feststeht und weil Abschlussgebühren manchmal falsch verrechnet werden, fällt der tatsächliche Effektivzins beim Bausparvertrag oft anders aus als angegeben. Detaillierte Informationen dazu finden Sie bei der Stiftung Warentest.

Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, zu jedem Kreditangebot ein repräsentatives Beispiel anzugeben, das die realistischen Kosten eines Kredites beziffert. Dieses Beispiel dient vor allem dem Zweck, sogenannte Schaufensterzinsen zu entlarven – also Zinssätze, die zwar besonders niedrig sind, zu denen aber kaum ein Kunde einen Kredit erhält.

Wie genau dieses Beispiel auszusehen hat, regelt § 6a der Preisangabenverordnung, kurz PAngV.

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Franziska Händschel Finanzredakteurin Banking & Finanzierung

Franziska Händschel ist seit 2013 als Finanzredakteurin tätig. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst als Online-Redakteurin und Übersetzerin für ein auf Edelmetallinvestments spezialisiertes Newsportal. Ab 2015 war sie als Online-Finanzredakteurin und später Leiterin der Finanzredaktion für das Vergleichsportal CHECK24 tätig. Ihre berufliche Leidenschaft gilt den klassischen Verbraucherfinanzprodukten vom Girokonto bis zur Baufinanzierung. Seit 2020 berichtet Franziska Händschel für finanzvergleich.com über ebendiese Bankprodukte sowie Trends im Finanzwesen.

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